Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
12 Oktober 2017 | 11:00

Europa strebt Batterieproduktion an

Johammer J1, das erste Serienmotorrad mit 200 km Reichweite. Noch stammen die Batterien aus aiatischer Produktion. Doch Europa will aufholen., Bild: Johammer E-mobility GmbH
Bild: Johammer E-mobility GmbH
Johammer J1, das erste Serienmotorrad mit 200 km Reichweite. Noch stammen die Batterien aus aiatischer Produktion. Doch Europa will aufholen.
Die Kommission macht Ernst: Es stehen Milliarden Euro zur Verfügung, um in das Segment einzusteigen. Nun ist eine "industrielle Roadmap" gefordert.

Europas Länder und Wirtschaft wollen bei der Entwicklung und der Produktion von Batterien zum Fahrzeugantrieb enger zusammenarbeiten. Dies teilten der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Maroš Šefčovic, sowie Regierungsvertreter aus Deutschland, Frankreich und Polen nach einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern am Mittwochnachmittag in Brüssel mit.

"Batterie- und Speichertechnik spielen eine wesentliche Rolle bei der Schaffung der Energieunion; ihre Entwicklung und Herstellung ist zentral beim angestrebten Übergang zu schadstoffarmer Mobilität und sauberen Energiesystemen", sagte Šefčovic und versprach dazu umfangreiche Unterstützung der Industrie. "Es ist Zeit, dass Europa auf den Feldern Batteriezellen und Batteriesysteme voranschreitet", sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Matthias Machnig, nach dem "Level Meeting on Battery development and production in Europe". Unternehmen wie Bosch und VW sowie viele andere stünden in den Startlöchern und erwarteten klare politische Entscheidungen auch im Blick auf die Batteriegenerationen, die nach der Lithium-Ion-Technik folgten.

Schaffung eines Rechtsrahmens nötig

Konkrete Schritte sowie die Vorlage einer "industriellen Roadmap" seien gefordert. In deren Mittelpunkt müssten neben der Schaffung eines günstigen politischen Rechtsrahmens die dazugehörige Forschung und Entwicklung sowie "intelligente Finanzierungsinstrumente" stehen. Machnig forderte, bis Anfang des kommenden Jahres eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, die auch eine Plattform der bereits bestehenden Plattformen enthalten sollte. "Wir sind spät dran und müssen uns deshalb um so mehr anstrengen", sagte Machnig.

Auch die polnische Regierungsvertreterin betonte, dass ihre Regierung die Batterieförderung beherzt angehen wolle und die Errichtung großer Produktionsstätten fördern wolle. Bis zum Jahr 2025 solle es in Polen eine Million Fahrzeuge geben, die elektrisch angetrieben würden. Und im öffentlichen Personenverkehr sollten mehr als 30 Prozent der Fahrzeuge emissionsfrei sein. Auch die französische Regierungsvertreterin fordert, dass die Entwicklung und Produktion von Batterien in Europa erfolgen müsse.

Gesetzespaket kommt

EU-Kommissar Šefčovic kündigte an, dass die Kommission am 8. November ihr Gesetzespaket zur Förderung der Mobilität vorliegen werde. Dieses enthalte "ehrgeizige Umweltziele" für den Personenverkehr; ähnliche für Busse und den Lastverkehr würden Anfang des kommenden Jahres folgen. "Wir sind bereit, dass dafür notwendige Geld auf den Tisch zu legen", sagte Šefčovic und verwies auf bereits bestehende Haushaltslinien in Milliardenhöhe und Förderprogramme zur Mobilität. Für emissionsfreie Fahrzeuge sollten eigenen Fonds aufgelegt werden. Er wolle sich auch dafür einsetzen, dass das europäische Regelwerk für Staatsbeihilfen Investitionen in die Batterietechnik erleichtere. (HF)

STELLENMARKT

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.