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20 April 2017 | 10:59

Industrie denkt ans Stromerzeugen

Eine Umfrage unter großen Industrieunternehmen belegt, dass große Konzerne das Feld der Erzeugung ernsthaft ins Visier nehmen.

In Deutschland könnten in den kommenden Jahren Tausende neue Stromproduzenten entstehen. Vier von zehn Industrieunternehmen (45 Prozent) können sich vorstellen, künftig selbst Strom zu erzeugen und an andere Unternehmen oder Privathaushalte zu verkaufen. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 506 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

"Die Industrieunternehmen erkennen die Chancen aus der Digitalisierung der Energieversorgung. Für die Unternehmen bieten sich völlig neue Einnahmequellen durch die Energiewende", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Vor allem größere Unternehmen sehen ein mögliches Geschäftsfeld. Unter den Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern können sich rund zwei Drittel (65 Prozent) vorstellen, selbst Strom zu produzieren und auf dem Strommarkt anzubieten.

Skepsis, ob es das Kerngeschäft ist

Allerdings ist der Großteil der Industrie noch skeptisch. Zwar können sich nur sieben Prozent überhaupt nicht vorstellen, künftig selbst Strom zu produzieren. Aber 48 Prozent sagen, dass sie sich das eher nicht vorstellen können. Dagegen spricht aus Sicht dieser Unternehmen vor allem, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen (64 Prozent) oder die hohen Investitionskosten scheuen (41 Prozent), so der Verband. Daneben wird das Ertragspotenzial als zu gering eingeschätzt (24 Prozent) oder fehlende rechtliche Voraussetzungen beklagt (22 Prozent).

"Unternehmen müssen nicht alles selbst machen. Die digitale Energiewende ist eine Chance für neue Dienstleistungen, gerade auch kleine und mittelständische Betriebe sollten dazu mit Spezialisten kooperieren", sagt Rohleder. Industrieunternehmen können zum Beispiel Dritten die Dächer ihrer Produktionshallen vermieten, damit diese dort Solarstrom erzeugen und verkaufen.

Lastmanagement ebenfalls im Fokus

Ein ganz anderes, neues Geschäftsmodell steht ebenfalls im Fokus der Unternehmen: Es geht darum, wie Unternehmen Geld dadurch verdienen können, dass sie kurzfristig den Energieverbrauch anpassen, um das Stromnetz zu stabilisieren. Die Netzbetreiber zahlen aktuell für die Bereitstellung rund 7000 Euro je MW und Jahr, um auf diese Weise die Stabilität des Stromnetzes zu garantieren. Hinzu kommt noch eine Vergütung für den tatsächlichen Abruf. (al)


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