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05 Dezember 2017 | 13:24

"Mehr Kompetenzen für Verteilnetzbetreiber!"

Der Verband VKU wehrt sich gegen EU-Bestrebungen zur Zentralisierung der Energiepolitik – etwa im Rahmen der Regelwerke und -organisationen.

Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, hat sich in Brüssel gegen Bestrebungen der EU-Kommission zur Zentralisierung der Energiepolitik – etwa im Rahmen der künftigen Regelwerke und -organisationen – ausgesprochen. Wer die Energiewende wolle, müsse den energiepolitischen Rahmen so anpassen, dass die Verteilnetzbetreiber (VNB) mehr Verantwortung und Entscheidungskompetenz erhielten, sagte Reiche heute im Europäischen Parlament.

In einer Diskussionsrunde zur „zukünftigen Rolle der VNB in einem (dezentralen) EU-Energiesystem“ erklärte die Hauptgeschäftsführerin, die große Dezentralität sei kein deutsches Phänomen: „Verteilnetze gewinnen europaweit an Bedeutung im Energiesystem und daher müssen die VNB politisch stärker Beachtung finden.“ Damit würden auch mehr Systemsicherheit und Netzstabilität gewonnen. Zudem bräuchten Investitionen im Energiesektor einen stabilen, vorhersehbaren sowie langfristigen Rahmen.

Kritik stößt im Parlament auf Gehör

Die Kritik der Interessenvertreter der kommunalen Energieunternehmen in Deutschland und der EU scheint angekommen zu sein. So sprach sich der CDU/EVP-Europaabgeordnete Werner Langen dafür aus, die EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER), die in Sloweniens Hauptstadt Laibach angesiedelt ist, künftig mit nicht so umfassenden Kompetenzen auszustatten, wie von der Kommission gefordert. Langen verwies in dem Zusammenhang auch auf das besondere Interesse Dänemarks, überschüssige Windenergie möglichst problemlos auch ins EU-Ausland zu exportieren.

„Wir haben manchmal den Eindruck, der Dezentralität soll eine zentrale Struktur übergestülpt werden“, sagte Frau Reiche weiter und verwies auf ein vom VKU in Auftrag gegebenes Gutachten, das sich im Ergebnis für mehr Systemverantwortung der VNB ausspricht.

Wichtige Zusage zu künftigen Network Codes

Bei der Veranstaltung wurde auch deutlich, dass es ähnliche Konflikte zwischen Brüssel und den städtischen und kommunalen Energieversorgern etwa auch im Blick auf die geplante DSO Entity (EU-VNB-Vereinigung nach dem Vorbild von Entsoe/Entsog) und ein von der Kommission vorgeschlagenes einheitliches Datenformat gibt. Anwesende Kommissionsvertreter versicherten, dass die künftigen Regelwerke (Network Codes) in enger Zusammenarbeit mit den VNB entwickelt werden sollten. (hf)

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Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.