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20 März 2017 | 12:48

Mehr Mut für die Energiewende

Henning Wuester (IRENA), Bertrand Piccard (Solar Impulse),  Rainer Hinrichs-Rahlwes (BEE), David Wedepohl (BSW-Solar) beim Auftakt-Pressegespräch zur dritten Internationalen Energiewende-Konferenz in Berlin., © hcn
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Henning Wuester (IRENA), Bertrand Piccard (Solar Impulse), Rainer Hinrichs-Rahlwes (BEE), David Wedepohl (BSW-Solar) beim Auftakt-Pressegespräch zur dritten Internationalen Energiewende-Konferenz in Berlin.
Auf die Chancen der Energiewende und des Klimaschutzes wies die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) zum Auftakt des „Berlin Energy Transition Dialogue“ hin.

Sechs Millionen neue Arbeitsplätze können durch den Umstieg auf eine klimaschonende Wirtschaftsweise bis 2050 weltweit geschaffen werden, so Henning Wuester, Direktor bei IRENA. Das weltweite Wirtschaftswachstum kann hierdurch um 0,8 Prozent gesteigert werden. Diese Zahl berücksichtigt auch wegfallende Arbeitsplätze und Erlöse bei den konventionellen Energien, unterstrich Wuester bei einem Pressegespräch zum Auftakt der Konferenz. Eine große Rolle bei der Steigerung der Wertschöpfung durch mehr Klimaschutz spielt laut IRENA die Energieeffizienz.

Insgesamt sind weltweit zusätzliche Investitionen von 29 Billionen US-Dollar nötig, um die Dekarbonisierung bis 2050 zu erreichen. Dies entspricht 0,4 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. "Doch wir müssen den verstärkten Umstieg zur Dekarbonisierung schnell angehen", so Wuester. Ansonsten drohten verlorene Investitionen, sogenannte "stranded investments", in großem Umfang, sei es bei Kraftwerkparks, im Gebäude- und Verkehrssektor oder der Industrie.

Mehr politische Führung nötig"Wir brauchen mehr Mut und politische Führung bei der Energiewende", betonte Prof. Bertrand Piccard, CEO von Solar Impulse. Der Schweizer umkreiste im vergangenen Jahr als erster Mensch die Erde mit einem Solarflugzeug. Bei Innovationen gehe es darum, sich von hergebrachten Verhaltensmustern und Ideen zu lösen, unterstrich Piccard. Er zeige sich zuversichtlich, dass sich die wirtschaftlichen Vorteile von mehr erneuerbaren Energien und Energieeffizienz weltweit durchsetzen werden, trotz einem klimaskeptischen Kurs der Trump-Regierung.

Chancen neuer Geschäftsmodelle

Rainer Hinrichs-Rahlwes vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) zeigte sich ebenfalls über die Weiterführung der Energiewende in Deutschland erfreut und verwies auf neue Geschäftsmodelle und weiter sinkende Kosten der erneuerbaren Energien. Er rechne damit, dass eine neue Bundesregierung in der kommenden Legislaturperiode einen konkreten Ausstiegsplan für die Kohle vorlegen werde, so Hinrichs-Rahlwes.

"Wir müssen in Investitionszyklen rechnen", betonte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries bei der offiziellen Konferenzeröffnung. Dazu gehöre auch die "richtigen Investitionsanreize in nachhaltige Technologien zu setzen. Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind der neue Investitionsstandard", unterstrich Zypries. Minister, Wirtschaftsdelegationen und Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen aus insgesamt 93 Staaten nehmen noch bis morgen Abend an der dritten internationalen Energiewende-Konferenz der Bundesregierung im Auswärtigen Amt teil.

Parallel zum "Berlin Energy Transition Dialogue" findet am 20. März unter Leitung der Deutschen Energie-Agentur (Dena) das Start up Energy-Tech Festival statt. In der Kulturbrauerei in Berlin werden am Abend die Awards verteilt: 500 Bewerbungen aus 66 Ländern gingen ein, ins Finale schafften es 18 Start-ups aus 11 Ländern. (hcn/al)

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