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16 Februar 2017 | 11:00

Mehr Wärmepumpen, Hybridlösungen und Wärmenetze

Dr. Andreas Renner vom BMWi (rechts) zeigte sich gestern bei einer
Agora Veranstaltung in Berlin zuversichtlich, dass das
Gebäudeenergiegesetz kommende Woche vom Kabinett verabschiedet werden kann., Bild: HCN
Bild: HCN
Dr. Andreas Renner vom BMWi (rechts) zeigte sich gestern bei einer Agora Veranstaltung in Berlin zuversichtlich, dass das Gebäudeenergiegesetz kommende Woche vom Kabinett verabschiedet werden kann.
Agora Energiewende stellte gestern die Studie Wärmewende 2030 vor. Das BMWi kündigte an, kommende Woche einen überarbeiteten Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz ins Kabinett einzubringen.

Wärmepumpen spielen eine zentrale Rolle, um die Klimaschutzziele im Gebäudesektor bis 2030 zu erreichen. Daneben braucht es mehr Wärmenetze, gleich viel Gas und weniger Öl und deutlich mehr Effizienz. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie Wärmewende 2030, die Agora Energiewende gestern in Berlin vorgestellt hat.

Demnach wird bis 2030 der Anteil von Erdgas zum Heizen ähnlich hoch bleiben wie heute. Für eine klimaschonende Wärmeversorgung ist es aber nötig, dass der Gebäudewärmeverbrauch durch Effizienzverbesserungen um ein Viertel gegenüber heute sinkt. Die größten Verschiebungen ergeben sich bei Heizöl, Umweltwärme und Wärmenetzen: Für Heizöl ist in einem klimaschonenden und kosteneffizienten Wärmesystem 2030 kaum mehr Platz. "Wärmepumpen werden hingegen zu tragenden Säulen, sie müssen rund zwanzigmal mehr Wärme liefern als gegenwärtig. Bei der Versorgung über Wärmenetze, die sich aus einem Mix von Wärmequellen speisen, steht eine Verdoppelung an", so Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Sechs Millionen Wärmepumpen bis 2030

Die derzeitige Entwicklung bei der Gebäudewärme ist allerdings nicht so, dass ein solcher Wärmemix von alleine erreicht wird. Vor allem der Zubau der Wärmepumpen ist deutlich zu gering. Nur zwei Millionen Wärmepumpen werden nach derzeitigem Stand bis 2030 installiert werden, nötig sind jedoch fünf bis sechs Millionen Stück. "Um dort hinzukommen, sollten Wärmepumpen künftig auch in Altbauten eingesetzt werden, zum Beispiel als Hybrid-Modelle in Kombination mit Gaskesseln, die an besonders kalten Tagen zusätzlich anspringen", unterstrich Graichen.

Untersucht wurde auch, welche Anforderungen die zusätzlichen Wärmepumpen an das Stromsystem stellen. Demnach ändert sich die jährliche Spitzenlast kaum, wenn die heutigen veralteten Nachtspeicherheizungen durch effiziente Heizungen ersetzt werden und die Wärmepumpen flexibel gesteuert werden. Um die Klimaziele für 2030 zu erreichen, ist es allerdings nötig, dass der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien schneller wächst als bislang geplant. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bereits 2030 mindestens 60 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren stammen müssen; bislang ist dieses Ziel für 2035 gesetzt.

Mehr Dampf bei der Gebäudesanierung

Großes Potenzial sieht die Studie in Wärmenetzen, deren Anteil an der Versorgung bis 2030 auf 20 Prozent steigen soll, mit einem steigenden Anteil von erneuerbarer Wärme. Neben der KWK spielen hierbei Großwärmepumpen eine zunehmend wichtige Rolle. Deutlich zulegen muss auch die energetische Sanierung. Anstatt ein Prozent müssten künftig jährlich zwei Prozent des Gebäudebestands energetisch saniert werden.

Rechtzeitige Verabschiedung Gebäudeenergiegesetz

"Das Gebäudeenergiegesetz ist ein zentraler Bestandteil unserer Strategie zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung", unterstrich Alexander Renner vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bei einer anschließenden Diskussion. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Gesetz in der kommenden Woche in leicht überarbeiteter Form ins Kabinett kommt und wie geplant noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden kann. Allerdings müssten noch ein "paar kleinere politische Punkte geklärt werden", so Renner. Die für gestern angesetzte Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes im Kabinett wurde auf Druck der Unionsfraktion von der Tagesordnung genommen. Blockierer sei vor allem die CSU, hieß es gestern bei Kaffeegesprächen während der Agora Veranstaltung. (hcn)

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