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13 Juni 2017 | 11:20

Öl und Gas bleiben sehr wichtig

Statoil richtet einen Blick in die globale Energiewelt von 2050. Die fossilen Energieträger werden weiterhin das Rückgrat der Versorgung sein.

Der norwegische Öl- und Gaskonzern Statoil hat gestern in Berlin die Studie Statoil Energy Perspectives 2017 vorgestellt. Sie wurde vom Analystenteam des Konzerns erstellt und richtet den Blick auf die globale Entwicklung des Energiemarkts bis 2050.

Dem Werk zugrunde gelegt wurden drei Szenarien: "Renewal", ein Ansatz, der das Zwei-Grad-Ziel der Klimaerwärmung erreichen will und deshalb den größten Umbau im System erfordert. Beim Ansatz "Reform" wird den Energie-Unternehmen das Reformieren des Sektors anvertraut, das Zwei-Grad-Ziel tritt dabei aber in den Hintergrund. Beim Ansatz "Rivalry" skizzieren die Autoren eine durch geopolitische Konflikte getragenen multipolaren Welt der unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Bei diesem Ansatz kommt es zum geringsten Wirtschaftswachstum und zu den höchsten Treibhausgasemissionen.

Energieeffizienz ist eine Schlüsselgröße

Eirik Wærness, Chefvolkswirt von Statoil geht davon aus, dass das Zwei-Grad-Ziel erreichbar ist. "Dies erfordert jedoch sofortiges und koordiniertes Handeln auf globaler Ebene. Wir sollten den Umfang der dafür notwendigen Anstrengungen nicht unterschätzen. Insbesondere in Bezug auf Energieeffizienz, Brennstoffmix und Konsumentenverhalten sind große Änderungen erforderlich. Leider arbeiten aktuell viele Faktoren gegen einen solchen Transformationsprozess."

Deutlich wurde bei der Vorstellung, dass die Entwicklungen in Deutschland überhaupt nicht vergleichbar sind mit den Entwicklungen in der Welt. In zahlreichen Ländern seien die Energieversorgungen noch zu großem Teil auf Kohleverstromung basierend und die Umstellung solcher Systeme sei sehr schwierig.

Öl und Gas dominieren auch weiterhin

Auch 2050 wird die Primärenergieversorgung noch zu einem großen Teil aus fossilen Energien stammen, so Eirik Wærness. Im "Renewal"-Szenario, also dem ambitioniertesten, steigt der Anteil der erneuerbaren Energien am globalen Primärenergiemix von 14 Prozent im Jahre 2014 auf 37 Prozent im Jahre 2050. Über 60 Prozent stammt demnach auch noch aus fossilen Energieträgern. Beim Rivalry-Ansatz sind es gar über 80 Prozent.

Die Studie zeigt deutlich, dass der Rückgang des weltweiten Kohleverbrauchs der größte Hebel zur Senkung der CO2-Emissionen ist. Zudem: Die Europäische Union müsste bereits bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen, um ein Erreichen des Zwei-Grad-Ziels zu ermöglichen. Wenn die Klimaziele erreicht werden sollen, sind ferner auch deutliche Fortschritte bei der Energieeffizienz nötig: Die Energieintensität müsste sich drei Mal schneller verbessern als dies in den letzten 25 Jahren der Fall war. Schließlich werden im Jahr 2050 zusätzlich 2,4 Mrd. Menschen auf dem Planeten leben und das globale BIP liegt bei etwa 170 Prozent des jetzigen Niveaus; wobei die Energienachfrage um etwa zehn Prozent sinkt.

Statoil investiert kräftig in Öl und Gas

Aus all diesen Erkenntnissen leitet Olav Skalmeraas, Leiter des Berliner Büros von Statoil, die Marschroute ab: "Ein Zusammenspiel aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Gas hilft, die Klimaziele zu erreichen." Da Öl und Gas weiterhin wichtig bleiben, wird der norwegische Energiekonzern bis zum Jahr 2030 80–85 Prozent der Investitionen weiterhin in die Förderung fossiler Energien stecken und 15–20 Prozent der jährlichen Investitionen in erneuerbare Energien. (al)

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165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.