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04 Dezember 2017 | 08:38

Regelenergiemarkt unter Verdacht

Wegen überhöhter Preise am Regelenergiemarkt zu gewöhnlichen Situationen im Netz ist die Bundesnetzagentur aufmerksam geworden. Was passiert ist:

Zum 17. Oktober musste zwischen 19:15 und 19:45 Uhr wegen anhaltender Ungleichgewichte zwischen Stromerzeugung und -abnahme positive Minutenreserve eingesetzt werden, teilte die Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur mit. Demnach wurden Gebote eines Anbieters im Umfang von etwa 250 MW und mit einem Arbeitspreis von 77 777 Euro/MWh aktiviert. Dies führte zu den bislang höchsten Preise für Ausgleichsenergie. Laut der Beschlusskammer lagen sie bei 20 614,97 Euro pro MWh in der ersten und bei 24 455,05 Euro pro MWh in der zweiten Viertelstunde.

Die Situation im Netz sei jedoch unauffällig gewesen. An den Spotmärkten habe die betreffende Stunde in der Day-Ahead-Auktion 67,92 Euro/MWh gekostet, im Intraday-Markt 74,52 Euro/MWh. Seit einiger Zeit schon beobachte man mit Sorge, dass vermehrt hohe Arbeitspreise bei der Minutenreserve auftreten, die nicht gerechtfertigt seien, so die Beschlusskammer 6 weiter. In der Folge dringen diese Arbeitspreise immer tiefer in die Merit-Ordner ein. Auch die Höhe des Arbeitspreises von 77 777 Euro/MWh würden darauf hindeuten, dass hinter dem Gebot keine kostenseitigen Fundamentaldaten stünden.

Die Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur will "diese Entwicklung nicht weiter hinnehmen". Sollten Analysen zeigen, dass die Arbeitspreise keinerlei Korrelation zu den Strommärkten aufzeigen, werde man alle nötigen Maßnahmen auch kurzfristig ergreifen. Zugleich werde die Markttransparenzstelle das Anbieterverhalten auf mögliche Verstöße gegen das Verbot von Insiderhandel und Marktmanipulation überprüfen. Auch das bestehende Regelwerk soll einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. (sg)

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Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.