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11 Oktober 2017 | 09:40

Sorgen vor allmächtiger "EU DSO Entity"

Die geplante europäische Organisation für Strom-Verteilnetzbetreiber ist weiterhin ein Reizthema. Das zeigt sich bei der CEDEC-Jahreskonferenz.

Bei der in Brüssel geplanten europäischen Organisation für einige Strom-Verteilnetzbetreiber ("EU DSO Entity") müssen die Stadtwerke und kommunalen Energieversorger zumindest über ihren europäischen Dachverband CEDEC als Beobachter vertreten sein. Diese Forderung erhob CEDEC-Generalsekretär Gert De Block auf dem Jahreskongress des Verbandes, der gestern in Brüssel stattfand.

Aber nicht nur diese, mit einem umfangreichen Aufgabenspektrum geplante Organisation macht vielen kommunalen Energieversorgern Sorgen. Auch bei manch anderen Vorhaben im Rahmen des gegenwärtig in den EU-Institutionen laufenden Gesetzgebungsverfahren zu dem Ende des Vorjahres vorgelegten Energiepaket der EU-Kommission, herrscht Unklarheit, was auf die Unternehmen und Verbraucher zukommt.

Einigung zu Energiepaket wird erst Anfang 2018 erwartet

Nicht mehr in diesem Jahr, sondern voraussichtlich erst Anfang des kommenden Jahres sei mit einer Einigung über das äußerst komplizierte Paket in den zuständigen Fachausschüssen des EU-Parlaments zu rechnen, sagte die SPD-Europaabgeordnete Martina Werner. "Angesichts von rund 3000 Änderungsanträgen ist es schwierig, Kompromisse zu finden", sagte die Schattenberichterstatterin für das Marktdesign im Industrieausschuss der EU-Volksvertretung auf dem CEDEC-Kongress.

Beim Thema Kapazitätsmechanismen seien sich die EU-Länder noch nicht einig und bei den Zielen zur Energieeffizienz drohe das EU-Parlament sehr weitreichende Ziele zu formulieren, erklärte Michael Wübbels. Brüssel sollte auch in der Energiepolitik lediglich den Rahmen setzen, die Ausgestaltung müsste dagegen in den Ländern erfolgen, forderte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des VKU im Gespräch mit der ZfK.

Stromkunden können künftig innerhalb von 24 Stunden Anbieter wechseln


Das Motto der CEDEC-Jahrestagung lautete "Saubere Energie für alle?". In mehreren Diskussionsrunden kamen immer wieder die enormen Herausforderungen für die Wirtschaftsbeteiligten zur Sprache. "Wir leben in hochinteressanten Zeiten auch für Regulatoren", sagte Andrew Ebrill, der Generalsekretär des Verbands der EU-Regulierungsbehörden (CEER). Stromkunden sollen künftig innerhalb von 24 Stunden den Anbieter wechseln können; heute dauere dies noch bis zu drei Wochen. Künftig werde es auf dem Energiemarkt mehrere Klassen, nämlich aktive und passive Kunden, geben, sagte ein Branchenexperte auf dem CEDEC-Kongress. (Hajo Friedrich)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.