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12 September 2017 | 11:35

VDMA distanziert sich im Detail von Offshore-Appell

Die Küstenländer und weitere Interessengruppen fordern erneut zur Bundestagswahl mehr Windkraft auf See. Ein Punkt ist extrem kurzfristig.

Alle Bundestagswahl wieder: Die fünf deutschen Küstenländer haben am Montag den "Cuxhavener Appell 2.0" zugunsten der Offshore-Windindustrie verabschiedet – nach dem Erfolg von 1.0 kurz vor der Wahl 2013. Mit dabei:

  • Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, deren Wirtschaftsminister alle der SPD angehören oder parteilos auf ihrem Ticket in Verantwortung sind, außer dem schleswig-holsteinischen Minister Dr. Bernd Buchholz (FDP)
  • die "Offshore-Kommunen" (von West nach Ost) Emden, Norden, Wilhelmshaven, Nordenham, Bremerhaven, Cuxhaven, Helgoland, Stade, Rostock, Wismar und Sassnitz auf Rügen
  • der IG-Metall-Bezirk Küste
  • die Branchenorganisationen Stiftung Offshore Windenergie, AGOW, OWIA und WAB.

Nicht dabei: Der Ausrüsterverband VDMA Power Solutions. Er trägt zwar nach eigenem Bekunden "das Anliegen mit", warnt aber davor, dass neue Subventionen vor "verbesserten Marktregeln" gefordert werden. Hier sieht er noch "Diskussionsbedarf".

Was in dem Appell drinsteht

Einige der interessanteren Forderungen an den Bund aus den elf Punkten im Einzelnen:

  • Der Ausbaudeckel für Nord- und Ostsee muss für 2030 von 15 auf "mindestens" 20 und für 2035 auf mindestens 35 GW angehoben werden. Damit konkretisiert sich das politische Ziel, denn nach dem Zuschlag von 1380 MW ohne Stromsubvention in der ersten deutschen Offshore-Ausschreibung im April hatten dieselben beteiligten Verbände noch keinen Zielwert genannt.
  • Eine eingeflickte Ausschreibungsrunde "bis Ende 2018/Anfang 2019". Sie soll die mangelnde Auslastung der Industrie im Zeitraum 2020 bis 2025 überwinden, die sich angeblich bereits in angekündigten Streichungen von einigen der 20 000 Arbeitsplätze widerspiegelt. Anders formuliert soll die dann vorhandene Anschlusskapazität ohne Verzug auch ihre Windparks kriegen. Hierzu müsste wohl der Bundestag kurzfristig das Erneuerbare-Energien-Gesetz ändern und die Bundesnetzagentur auf dieser Basis ebenso rasch die neue Ausschreibung ausloben.
  • Ein "ambitioniertes" Forschungs- und Entwicklungs-Förderprogramm.
  • Der Netzausbau zur Ableitung des Offshore-Stroms in die Verbrauchszentren in Süddeutschland soll nicht gegen andere Möglichkeiten ausgespielt werden, um Netzengpässe zu beseitigen. Dies ist eine Anspielung auf die Gegnerschaft von N-Ergie-Chef Josef Hasler und bayerischer Bürgerinitiativen gegen die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs(HGÜ)-Leitungen von Nord nach Süd. O-Ton: "Ein Netzausbau ist am Ende immer kostengünstiger als sein Ausbleiben." Es müsse aber auch der Wettbewerbsrahmen für Windstrom im Verkehr und im Wärmemarkt – eine der küstennahen Verbrauchsmöglichkeiten – gestärkt werden.
  • Erdkabel sollen sich nicht auf die HGÜ-Trassen beschränken, wenn sie sich dort bewähren.
  • Eine stärkere regionale Vermarktung bei Netzengpässen, mehr Zuschaltbare Lasten und mittelfristig ein "Smart Market für Flexibilität". Hierzu müssten Hemmnisse bei den Umlagen abgebaut werden.
  • "Integrierte" und mit ähnlich strukturierten Nachbarländern (also unausgesprochen nicht Polen) abgestimmt Netzentwicklungspläne Strom / Gas, wie sie schon der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs gefordert hatte.
  • Klare Vorgaben des Bundes für ein transparenteres Netzmanagement zulasten des "inflexiblen" Teils konventioneller Kraftwerke, die nicht schnell und weit genug auf eine netzdienliche Last herunterfahren können. Laut einer Studie der Consentec für die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) von 2016 indes sind allein 500 bis 2500 MW nur als Redispatch-Kraftwerke am Netz, um wegen mangelnden Netzausbaus auf Geheiß der ÜNB herauf- oder herunterzufahren.
  • Subventionen des Bundes für Errichterschiffe und gleiche Wettbewerbsbedingungen deutscher Offshore-Plattformen in Europa. (geo)

    Hier externer Download-Link zum "Cuxhavener Appell 2.0"

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Zahl des monats

428

Mio. Tonnen Kohlendioxid wurden energiebedingt
im ersten Halbjahr ausgestoßen. Laut der Denkfabrik
Agora Energiewende bedeutet dies, verglichen mit 2016, einen Anstieg von fünf Mio. Tonnen oder 1,2 Prozent.