Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
10 November 2017 | 10:10

Votum für Leistungsmarkt

Prof. Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, auf der Ewi-Energietagung., Bild: Lengsdorf
Bild: Lengsdorf
Prof. Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, auf der Ewi-Energietagung.
In einer digitalisierten Welt mit unzähligen elektrischen Anwendungen wird die Versorgungssicherheit noch wichtiger, als sie es heute ohnehin schon ist.

Angesichts dieser Entwicklung betonte Prof. Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, auf der Ewi-Energietagung des Energiewirtschaftlichen Institutes der Universität Köln, dass Deutschland in der Stromerzeugung noch auf längere Zeit einen Leistungsmarkt brauche.

Es gelte ein Marktdesign zu errichten, das Anreize für Investitionen in gesicherte Leistung schaffe, so der Minister. Wichtig sei mehr Flexibilität, zu der auch neue Gaskraftwerke gehörten, deren Bau aber aufgrund unsicherer wirtschaftlicher Eckdaten zunehmend zurückgestellt werde. Unterstützung erhielt er von Prof. Andreas Löschel von der Universität Münster.

Netzreserve nötig

Die Versorgungssicherheit sei derzeit noch nicht kritisch, allerdings müsse eine entsprechende Netzreserve in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden, lautete seine Einschätzung. Dabei habe Technologie-Offenheit Priorität, damit über den Preis der effizienteste Weg gefunden werde.

Mit Blick auf die 40-prozentige CO2-Minderung im Jahre 2020 zeigte sich Löschel skeptisch, den Wert noch zu erreichen. Zwar liege der Einsatz von erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung auf dem Zielpfad. Doch komme die Reduktion des Primärenergieverbrauchs insgesamt nicht voran, da Effizienzfortschritte geringer als nötig seien und der Verbrauch im Verkehrssektor steige.

Als Lösungsansatz verwies der Wissenschaftler auf die Preise für CO2-Zertifikate, die deutlich steigen müssten, um nachhaltige Emissionseinsparungen zu erzielen. Trotz der aktuellen Lage warb Andreas Pinkwart für den eingeschlagenen Weg. Auch wenn die Ziele nicht erreicht würden, müsse man ihn mit Pragmatismus weiter fortsetzen.

Veränderungen durch Digitalisierung


Zum Thema Digitalisierung, das im Mittelpunkt der Ewi-Veranstaltung stand, führte der NRW-Minister aus, dass die Energiewirtschaft durch ihre zunehmende Verbreitung eine grundlegende Veränderung erfahre. Insbesondere das Marketing müsse sich neu erfinden, da der Kunde nun tatsächlich in den Mittelpunkt rückte und als Prosumer erstmals die weitere Marktentwicklung mit gestalten könne. Nordrhein-Westfalen sei prädestiniert, um über dezentrale urbane Lösungen von der Digitalisierung zu profitieren und zum Vorreiter bei der Digitalisierung in der Energiewirtschaft zu werden. (Gerd Lengsdorf)

STELLENMARKT

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.