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18 Oktober 2017 | 08:50

Wärmewende: Dena für Technologieoffenheit

Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann (dritter von links) gestern bei der Vorstellung der Gebäudestudie in Berlin. , Bild: H. C. Neidlein
Bild: H. C. Neidlein
Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann (dritter von links) gestern bei der Vorstellung der Gebäudestudie in Berlin.
Die Energiewende im Gebäudesektor ist am wirtschaftlichsten im Technologiemix. So das Fazit einer neuen Studie der Dena.

Die Klimaschutzziele im Gebäudesektor lassen sich am besten erreichen, wenn alle verfügbaren Effizienztechnologien wirtschaftlich eingesetzt und die Infrastrukturen für Strom, Gas und Öl effizient mit erneuerbaren Energieträgern genutzt werden. "Eine stark forcierte Elektrifizierung der Wärmeversorgung würde dagegen zu höheren Kosten führen und höhere Sanierungsraten erfordern", so Dena-Chef Andreas Kuhlmann.

Geringere Sanierungsrate erforderlich

Entsprechend einem Elektrifizierungsszenario müssten bis 2050 jedes Jahr rund zwei Prozent des gesamten Gebäudebestands in Deutschland saniert werden, um einen sehr breiten Einsatz von bis zu 16 Mio. Wärmepumpen bis 2050 zu ermöglichen. Im technologieoffenen Szenario würden dagegen 1,4 Prozent reichen. Hier kommen neben Strom für Wärmepumpen auch zunehmend gasförmige und flüssige Brennstoffe zum Einsatz, die mit Hilfe von erneuerbaren Energien synthetisch erzeugt und hauptsächlich importiert werden. Dafür müssen jedoch rechtzeitig die nationalen und vor allem auch internationalen Märkte im Bereich Power to Gas und Power to Liquid entwickelt werden.

Kostenersparnis von bis zu 450 Milliarden Euro

"Die geringere Sanierungsrate ist einer der Gründe, warum der technologieoffene Pfad in der Kostenbilanz deutlich günstiger ist als das Elektrifizierungsszenario", unterstrich Kuhlmann gestern bei der Vorstellung der Gebäudestudie in Berlin.
Dieser Ansatz erfordere weniger Investitionen in Gebäudehülle und Anlagentechnik. Dagegen fallen die höheren Kosten für die Beschaffung der erforderlichen Brennstoffe weniger ins Gewicht. Im Vergleich zum Referenzszenario (Fortschreibung der bisherigen Entwicklung) erreicht der technologieoffene Pfad die Klimaschutzziele für Mehrkosten von insgesamt 12 bis 14 Prozent.

Das Elektrifizierungsszenario kommt auf Mehrkosten von gut 20 Prozent. Dies entspricht bis 2050 Mehrkosten von bis zu 450 Milliarden Euro. "Die Studie der Dena macht mehr als deutlich, dass die Vorfestlegung auf Elektrifizierung eine schlechte Idee ist. Stattdessen sollte ein Energie- und Technologiemix zum Tragen kommen, in dem sich die beste Lösung durchsetzt. Dann hat Erdgas ganz natürlich eine starke Rolle", kommentierte Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas die Ergebnisse. (hcn)

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Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.