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01 Dezember 2017 | 10:40

Windausbau: VKU-Hessen fordert Korrekturen

Der Erneuerbaren-Ausbau in dem Bundesland ist auf Kurs. Die VKU-Landesgruppe sorgt sich aber um die Zukunft der Windenergie in Hessen.

Das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung hat gestern den aktuellen Energie-Monitoringbericht veröffentlicht. Gemäss der Studie betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in 2016 rund 17,3 Prozent (Vorjahr: 16,4 Prozent). Im vergangenen Jahr wurden in dem Bundesland 181 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 550 MW neu genehmigt, die Investitionen in erneuerbare Energien stiegen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 25 Prozent auf 720 Mio. Euro.

Die VKU-Landesgruppe Hessen begrüßt diese Entwicklung und verweist auf den maßgeblichen Anteil der kommunalen Energieversorger aus dem Bundesland an diesem Zuwachs. Ein Großteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfolge durch Windenergieanlagen. "Daher wird der Ausbau der Windenergie in Hessen in Zukunft davon abhängen, dass hessische Windstandorte in den Ausschreibungen eine Chance haben", stellte Ralf Schodlok, der Vorsitzende der VKU-Landesgruppe klar. Hierfür seien gesetzgeberische Korrekturen erforderlich, für die sich die Landesregierung im Bundesrat einsetzen sollte. In den bisherigen Ausschreibungen gingen die Zuschläge größtenteils an Projekte in den nördlichen Bundesländern.

Bürgerenergieausnahme überarbeiten, Korrekturfaktoren nachschärfen


Setze sich dieser Trend fort, könne von einem bundesweiten Ausbau der Windenergie keine Rede mehr sein. Daher sollten die in Paragraph 36h EEG vorgesehenen Korrekturfaktoren, die den Zuschlagswert je nach Standortgüte modifizieren und damit trotz regional unterschiedlicher Standortqualitäten annähernd gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen sollen, nachgeschärft werden. Außerdem müsse die Bürgerenergieausnahme komplett überarbeitet werden. Zudem sollte im kommenden Jahr eine Zusatzmenge von 1,4 GW ausgeschrieben werden, um bereits genehmigten Windprojekten, die in den bisherigen Auktionen chancenlos waren, eine Perspektive zu bieten.

"Ohne Verteilnetzbetreiber würde es in Hessen zappenduster sein"


Im Energie-Monitoringbericht Hessen 2017 werde zudem zu Recht hervorgehoben, dass mehr als 90 Prozent der erneuerbaren Energien auf der regionalen und lokalen Netzebene eingespeist werden und dass damit den Verteilnetzen eine wichtige Bedeutung zukommt. "Ohne die Verteilnetzbetreiber würde es in Hessen zappenduster sein", so Schodlok.

Betriebskosten für Einsatz von IKT-Technologie regulatorisch anerkennen


Um die Herausforderungen der Energiewende und der Digitalisierung passgenau auf die lokalen Gegebenheiten anzugehen, bräuchten Verteilnetzbetreiber unternehmerische Freiheit. "Konkret bedeutet dies, das zum Beispiel die künftig steigenden Betriebskosten beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zum Ausbau intelligenter Netze regulatorisch anerkannt werden müssen", mahnte der Vorsitzende der VKU-Landesgruppe Hessen. (hoe)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.