Weite Gebiete noch immer von Hochwasser bedroht

Trotz sinkender Hochwasserstände bleibt die Lage in weiten Teilen Niederbayerns und Mitteldeutschlands angespannt.

Die Hochwassersituation in Niederbayern bleibt weiterhin kritisch, berichtet „Bayerntext” heute früh. Vor allem entlang der Donau gestalte sich die Situation bisweilen sogar dramatisch. So bleibe der Katastrophenfall in Regensburg weiterhin bestehen. Trotz sinkender Pegel könnten Straßensperrungen noch nicht aufgehoben werden, Bewohner erreichten in der Werfstraße ihre Häuser nur über Stege. Vor allem wegen steigender Grundwasserpegelstände könnten weitere Keller volllaufen.

In Straubing gab es zahlreiche Evakuierungen. Der Zustand der Dämme sei bedenklich. Auch in Stadt und Landkreis Deggendorf wurden mehrere 1000 Anwohner zum Teil mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Durchweichte Hochwasserdämme drohen auch hier zu brechen.

In Passau sinken die Hochwasserstände kontinuierlich. 90 % der Bewohner sind wieder an die Trinkwasserversorgung angeschlossen. Diese wurde gekappt, da eine Verunreinigung der Brunnen zu befürchten war. Aktuell wird das Wasser aus hygienischen Gründen noch mit Chlor aufbereitet. Es sollte vor dem Verzehr zudem sicherheitshalber abgekocht werden. Auch die Stromversorgung könne häppchenweise wiederhergestellt werden.

Nach Angaben des enviaM-Netzbetreibers Mitnetz Strom sind immer noch 4100 Kunden ohne Strom. Besonders angespannt stelle sich die Situation in Sachsen-Anhalt dar. Hier seien aktuell immer noch 2800 Kunden unversorgt. Auch „Bayerntext” berichtet, dass die Evakuierungen entlang der Saale ausgeweitet werden mussten. Alleine 30 000 Menschen in Halle/Saale sei empfohlen worden, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. 1000 Einwohner wurden zwangsevakuiert. Das Wasser stehe hier so hoch wie zuletzt vor 400 Jahren.

Die Hochwasserlage in Sachsen verschärft sich ebenfalls. Weiteren 1400 Kunden habe man hier den Strom abgeschaltet, so Mitnetz Strom. Schwerpunkt sei noch immer der Landkreis Leipzig. Doch auch in Dresden mussten mehrere hundert Menschen in Sicherheit gebracht werden, berichtet „ZDF Text”. Der Scheitel des Hochwassers werde Sachsen vermutlich erst heute erreichen. Weitere Evakuierungen gab es „MDR Text” zufolge in Meißen und Riesa. In Dresden und Meißen sei in vielen Teilen der Strom abgeschaltet worden. (msz)