Tennet will bei den beiden Stromautobahnen nach Bayern ausschließlich auf Erdkabel setzen. Das Symbolbild zeigt einzelne Erdkabelabschnitte bei einem anderen Projekt, die in einem temporären und klimatisierten Container durch Muffen miteinander verbunden sind. Bild: @ Tennet

Möglicher Verlauf von Suedlink veröffentlicht

Suedlink, wird wie bereits in der ZfK angekündigt, eine reine Erdkabelverbindung, die 2025 fertig sein soll. Die CSU ist dennoch noch nicht ganz zufrieden.

Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Transnet BW und 50Hertz haben ihre Pläne zu den Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) Suedlink und Suedostlink vorgestellt. Die 800 Kilometer lange Trasse Suedlink wollen Tennet und Transnet BW dabei komplett erdverkabeln. Mögliche Trassenverläufe gibt es auf der Website von Transnet BW (externer Link). Wichtigste Kriterien für die Erdverkabelung sind laut den beiden ÜNB die Geradlinigkeit und Kürze der Strecken, das Bodenrelief und dessen Beschaffenheit. Im ersten Quartal 2017 soll der Genehmigungsantrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Zunächst erklären beide ÜNB aber der Öffentlichkeit die Planungen in Info-Foren und diskutieren dort die Vorschläge.

Auch für Suedostlink sind Neuplanungen vorgesehen: Die Gleichstromverbindung von Wolmirstedt bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt bis nach Landshut in Bayern wird primär als Erdkabel verlegt. Auch hier wollen 50Hertz und Tennet den Genehmigungsantrag auf Bundesfachplanung im ersten Quartal 2017 einreichen und die Öffentlichkeit in die Planungen miteinbeziehen. Die Karten zu den Korridorvorschlägen gibt es bei Tennet (externer Link).

Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), bezeichnete die beiden Entwürfe zur Erdverkabelung der Stromleitungen Suedlink und Suedostlink "als längst überfällig". Es dürfe keine Versorgungslücke geben, wenn 2022 das letzte bayerische Kernkraftwerk abgeschaltet werde. Planungsverfahren und Bürokratie dürften daher die Versorgungssicherheit nicht länger gefährden.

Positiv reagierte die CSU: "Monstertrassen sind vom Tisch", kommentierte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner die Pläne. Die CSU rühmte sich, die Erdverkabelung durchgesetzt zu haben. Laut Aigner werde man die aktuellen Varianten überprüfen, ob sie den bayerischen Maßgaben entsprechend umgesetzt wurden. Allerdings: "Erwartungsgemäß sind unter den vielen möglichen Varianten auch Streckenführungen, die uns nicht gefallen", so Aigner. "Es dürfte inzwischen jedoch hinreichend bekannt sein, dass sich gegen den Widerstand Bayerns keine Leitungsvorhaben umsetzen lassen".

Eine Gegenantwort kam prompt von den Grünen: "Es ist ein Stück aus dem Tollhaus dieser Bundesregierung, dass diejenigen, die den Netzausbau gestoppt und teurer gemacht haben, Verzögerungen und Kostensteigerungen kritisieren", zitierten mehrere Medien Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. "Wir erwarten von der CSU, dass sie sich angesichts der neuen Vorschläge … für den Netzausbau im Dialog mit den Bürgern einsetzt – und nicht wieder populistisch den Netzausbau zu verhindern versucht." (sg)