Eine Photovoltaik-Dachanlage: für kleine Haushalte gar nicht mehr rentabel? Bild: © H.D.Volz/pixelio.de

Wirtschaftsverbände fordern Kurswechsel der Politik bei Solarenergie

Mehrere Verbände fordern die Entfernung des im Jahr 2012 eingeführten "Solardeckels". Wer den Ausbau der Solarenergie wolle, müsse diesen Deckel streichen, befindet BSW-Geschäftsführer Körnig.

Mehrere Wirtschaftsverbände haben von der Bundesregierung einen Kurswechsel beim Ausbau der Solarenergie gefordert. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Koalition hat den Kohleausstieg beschlossen und alle Regierungsparteien sprechen sich für mehr Klimaschutz aus. Doch wer A sagt, muss jetzt auch B sagen. Ohne die Beseitigung von Investitionsbarrieren werden erneuerbare Energien zu langsam ausgebaut."

Konkret geht es um einen 2012 eingeführten "Solardeckel": Nach der bisherigen Gesetzeslage im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollen neue Solarstromanlagen auf Gebäuden nicht mehr gefördert werden, sobald eine Marke von 52 GW installierter Photovoltaik-Kapazität erreicht ist. Dies wird nach Branchenangaben voraussichtlich bereits im Verlauf des kommenden Jahres der Fall sein. Derzeit seien in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von 46 GW in Betrieb.

"Solarenergie ist echte Bürgerenergie"

"Wer Klimaschutz mit den Menschen machen möchte, kann nicht am Solardeckel festhalten", sagte Körnig. "Solarenergie ist besonders beliebt und eine echte Bürgerenergie."

Einem Aufruf des Bundesverbandes Solarwirtschaft, den "Solardeckel" zu streichen, haben sich zahlreiche Verbände angeschlossen – darunter der Deutsche Mieterbund, der Eigentümerverband Haus & Grund und der Deutsche Naturschutzring.

Warnung vor Einbruch beim PV-Ausbau

Photovoltaik-Dachanlagen seien eine "tragende Säule" der Energiewende, heißt es. Sie reduzierten den Flächenbedarf und sorgten für Akzeptanz der Energiewende. Zwar würden die Preise neuer Solarstromanlagen sinken. Bei einem abrupten und zu frühen Förderende würde der Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen aber einbrechen. (dpa/al)