Im Steinkohle-Kraftwerk Staudinger, Block 5, hatte sich am 12. Mai 14 eine Explosion ereignet. Bild: Eon SE

Staudinger womöglich doch in die Kaltreserve

Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich zeigt sich gesprächsbereit. In der Vergangenheit hatte sie eine Reaktivierung von Staudinger 1 kategorisch ausgeschlossen.

Der Ende April stillgelegte Kohlekraftblock Staudinger 1 südlich von Hanau soll nun zumindest einer Prüfung unterzogen werden. Dies gab die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich gestern in einer gemeinsamen Sitzung des Umwelt- und des Wirtschaftsausschusses im Landtag bekannt. In den vergangenen Wochen hatte Puttrich wiederholt Staudinger als mögliche Notfallreserve ausgeschlossen. Puttrich erklärte sich nun bereit, Gespräche mit dem Betreiber Eon, dem Netzbetreiber Tennet, der Bundesnetzagentur (BNetzA) und der Bundesregierung aufzunehmen. Die BNetzA hatte im Juni die Stilllegung harsch kritisiert. Die Versorgungssicherheit im Rhein-Main-Gebiet sei ohne Staudinger gefährdet. Auch Süddeutschland sei betroffen. So würde nach dem Atommoratorium aus dem Jahr 2011 jedes Kraftwerk gebraucht. (msz)