EDNA verärgert über BDEW

Sechs Tage vor Umsetzung der Marktformate hat der BDEW "umfangreiche Korrekturen" geschickt. Der Bundesverband Edna ist über die Vorgehensweise empört.

"Wer tatsächlich glaubt, dass solch kurzfristige Änderungen innerhalb weniger Wochen marktweit zuverlässig in den Softwaresystemen umgesetzt werden können, hat keine Ahnung von den tatsächlichen Gegebenheiten", ärgert sich Edna-Geschäftsführer Rüdiger Winkler. Der Bundesverband Edna Energiemarkt & Kommunikation ist eine Vereinigung von Softwareherstellern, Unternehmensberatern und IT-Dienstleistern.

Nach Darstellung Winklers habe der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) als projektführende Organisation im Auftrag der Bundesnetzagentur kurz vor dem Stichtag zum 1. April umfangreiche Änderungen bei den Marktformaten veröffentlicht. Die jüngste Mitteilung ist am Abend des 26. März versandt worden, die Fehlerkorrekturen betrafen unter anderem die Marktprozesse GPKE, MaBiS oder und die Formate CONTRL/APERAK, HKNR und UTILMD, so Winkler.

Aus Sicht des Bundesverbands ignoriert diese Vorgehensweise die realen Umsetzungsmöglichkeiten der Softwareanbieter auf das Gröbste. "Die Lösungen sind längst beim Kunden implementiert und werden dort getestet. Anders wäre der Starttermin für die Formatänderungen am 1. April auch niemals zu halten", kritisiert Winkler.

Die späten Veröffentlichungstermine und der ständige Anpassungsbedarf würden alle Marktteilnehmer in eine prekäre Lage bringen. Auch der wirtschaftliche Schaden sei unverantwortlich: Gehe man davon aus, dass im Schnitt pro Versorgungsunternehmen, Energiehändler, Energiedienstleister oder energieintensive Industrieunternehmen zehn Personentage pro Monat für Korrekturen und Nacharbeiten anzusetzen seien, so addiere sich das bei einem Tagessatz von 500 € pro Tag auf rd. 60 000 € pro marktteilnehmenden Unternehmen und Jahr.

Edna fordere daher zum wiederholten Mal, endlich ein verbindliches Änderungsmanagement bei der Festlegung von Marktprozessen und Datenformaten einzuführen, dass die Realitäten der Softwareentwicklung- und -implementierung berücksichtige. In der Regel ergebe sich für den gesamten Prozess ein Zeitbedarf von wenigstens 20 Wochen ausgehend vom Zeitpunkt der Veröffentlichung der neuen Format- und Prozessbeschreibungen. Kalkuliere man nur minimale Sicherheits- und Wartezeiten von zwei bis vier Wochen ein, sei ein gesicherter Start höchstens sechs Monate nach Formatveröffentlichung realistisch. (sg)