Greenpeace fordert Abschaltplan für Kohlekraftwerke

Die Umweltorganisation Greenpeace hat einen Abschaltplan für Kohlekraftwerke erstellt.

Bis zum Jahr 2030 soll Deutschland aus Braunkohle- und bis 2040 aus Steinkohle-Kraftwerken aussteigen. Das Beratungsunternehmen Ecofys hat im Auftrag von Greenpeace erstmals für jeden der 140 deutschen Kohlekraftwerksblöcke berechnet, wie viel Strom dieser noch produzieren darf und wann er vom Netz genommen wird. „Ohne Kohleausstieg wird die Energiewende nicht funktionieren”, so Karsten Smid, Energie-Experte von Greenpeace. Ein Gesetz, um aus der klimaschädlichen Kohleverstromung auszusteigen, sei notwendig.

Bereits 2012 würden die ersten Kohlekraftwerke vom Netz gehen, bis 2026 wäre die Hälfte abgeschaltet. Mit dem Vorschlag eines Kohleausstiegsgesetzes löst Greenpeace drei wesentliche Problemstellen der Energiewende:

  • Mangelnde Planungssicherheit: Solange der Energiesektor dem freien Markt überlassen wird, investiert niemand in moderne effiziente Gaskraftwerke.
  • Energiemarkt: Steigt der Energieverbrauch, werden derzeit die klimaschädlichen Kohlekraftwerke zuerst zugeschaltet, während das klimafreundlichere Gas zuletzt herangezogen wird. Denn Kohle ist billiger als Gas.
  • Wirkungsloser Emissionshandel: Der Preis für CO2-Verschmutzungsrechte liegt mit 7 € im Keller. Eigentlich soll der Handel mit den sog. Emissions-Zertifikaten die Treibhausgase vermindern. Ist der Preis für die Emissionsrechte jedoch so niedrig, führt der Handel nicht zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes.


Die Ecofys-Studie steht unter: http://gpurl.de/kohleausstieg.

Kritik an der Studie kam von der FDP: „Die Forderung nach einem Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland zu diesem Zeitpunkt zeigt, wie wenig der Umweltorganisation in Wirklichkeit an einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung in Deutschland liegt”, so Bundestagsabgeordneter Klaus Breil. (al)