Brandenburg ist spitze bei Erneuerbaren

Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind die fortschrittlichsten Bundesländer in Sachen erneuerbare Energien.

Die drei Bundesländer haben in Berlin den Leitstern 2012 verliehen bekommen. Der Preis wird von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) nach 2008 und 2010 zum dritten Mal verliehen. Als Grundlage für den Preis dient die Studie "Bundesländervergleich Erneuerbare Energien", die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag und in Kooperation mit der AEE durchführten. Mit insgesamt 53 Einzelindikatoren und vier Kategorien sind energie- und umweltpolitische Fragen, aber auch technologie- und wirtschaftspolitische Aspekte in die Untersuchung eingeflossen.

Brandenburg verteidigte dabei seinen ersten Platz in der Gesamtwertung. Bayern, das wie beim letzten Mal den zweiten Platz erhielt, rückte jedoch deutlich näher. Für seinen großen Aufholsprung erhielt Bayern in der Kategorie "Aufsteiger" den ersten Platz. Als "Wirtschaftsmotor" konnte Sachsen-Anhalt beim technologischen und wirtschaftlichen Wandel durch Erneuerbare punkten und heimste in dieser Kategorie die Auszeichnung ein.

Der bayerische Bundeswirtschaftsminister Martin Zeil freute sich über die Auszeichnung: "Wir sind Spitzenreiter in Deutschland bei Zubau und Nutzung erneuerbarer Energien - und das mit großem Abstand."

Lange Gesichter gab es hingegen in Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland schnitt mit dem zwölften Platz nur mäßig ab. Seit 2008 belegt NRW den zwölften Platz. Zwar habe sich NRW im Vergleich zur Studie vor zwei Jahren im Bereich der Anstrengungen zur Nutzung von regenerativen Energiequellen deutlich verbessert. Doch gerade im Hinblick auf die tatsächliche Nutzung der Erneuerbaren war keine Verbesserung eingetreten. "Die NRW-Landesregierung muss der klimapolitischen Verantwortung Nordrhein-Westfalens gerecht werden und konsequent durchgreifen", urteilte Jan Dobertin, Geschäftsführer des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). "Ein Bundesland, bei dem die Ministerpräsidentin öffentlichkeitswirksam die Inbetriebnahme eines neuen CO2-intensiven Braunkohlemeilers begleitet und sich für den Neubau von hocheffizienten Kohle- und Gaskraftwerken ausspricht, wird es immer schwer haben, sich glaubwürdig als Vorreiter in der Enerigewende zu profilieren," gab Dobertin zu bedenken.

Noch schlechter haben nur noch Hessen, Saarland, Hamburg und Berlin abgeschnitten. Berlin markierte dabei das Schlusslicht des Ländervergleichs. Die Ergebnisse lassen sich auch auf der Webseite der AEE nachlesen. (sg)