Hartz IV: Zu wenig Geld für Strom

Trotz der bevorstehenden Erhöhung reiche der monatliche Regelsatz für das Arbeitslosengeld II laut Verivox nicht, um die Stromkosten zu decken.

Anfang 2017 wird der Regelsatz für Arbeitslosengeld II um fünf Euro auf monatlich 409 Euro angehoben. Für Strom ist ein monatlicher Betrag von 34,50 Euro vorgesehen. Laut Berechnungen des Online-Portals Verivox ist das zu wenig.

Gemäß dem Verivox-Verbraucherpreisindex zahlt ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1500 kWh aktuell im Durchschnitt 472 Euro pro Jahr für Strom. Das entspreche einer monatlichen Belastung von 39,33 Euro. Damit übersteige der Bedarf den künftigen Regelsatz schon jetzt um 14 Prozent. In der Grundversorgung beliefen sich die Stromkosten eines Einpersonenhaushalts derzeit auf 515 Euro pro Jahr oder 42,91 Euro pro Monat. Das seien 24 Prozent mehr als im Regelsatz vorgesehen.

Das regionale Gefälle zwischen Bedarf und Regelsatz sei dabei deutschlandweit hoch. So zahle ein Einpersonenhaushalt in Brandenburg für die Grundversorgung durchschnittlich 553 Euro und damit 34 Prozent mehr als der Regelsatz. Dahinter folgten Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit je 31 Prozent. Am geringsten ist die Differenz in Bremen mit 15 Prozent, in Niedersachsen mit 21 Prozent und in Bayern mit 23 Prozent.

Unter dem Strich sei seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 der Regelsatz schrittweise um rund 19 Prozent angehoben worden – von 345 auf 409 Euro, schreibt Verivox. Die Strompreise hätten sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 46 Prozent verteuert, in der Grundversorgung sogar um 62 Prozent. (hoe)