Auf dem Podium während der 31. Tagung "Erdgas im veränderten Markt" in Stromberg (von links): Moderator Dr. Markus Spitz (Thüga Energie), John Werner (Zukunft Erdgas), Dr. Horst Knopp (AfD), Martin Brandl (CDU), Horst Meierhofer, Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz) und Dr. Clemens Christmann (Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände). Bild: LDEW

AfD bei Energietagung mit auf dem Podium

Auch der energiepolitische Sprecher einer AfD-Landespartei hat auf der 31. Tagung "Erdgas im veränderten Markt" in Stromberg mitdiskutieren dürfen.

Der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz (LDEW) behandelt die Partei "Alternative für Deutschland" in der Organisation ihrer Veranstaltungen gleichberechtigt mit den etablierten Parteien. Das wurde deutlich bei der 31. Tagung "Erdgas im veränderten Markt" (EIM) in Stromberg am 14. und 15. April, wie der BDEW-Landesverband in einem Nachbericht schreibt und gegenüber der ZfK bestätigt.

Demnach fand am zweiten Veranstaltungstag eine Podiumsdiskussion mit dem energiepolitischen Sprecher und Landesvorstandsmitglied der AfD Rheinland-Pfalz, Dr. Horst Knopp, statt. Weiter auf dem Podium war dessen Pendant bei der CDU Rheinland-Pfalz, Martin Brandl, Dr. Clemens Christmann von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), John Werner von der Initiative Zukunft Erdgas und LDEW-Geschäftsführer Horst Meierhofer, ergänzte Letzterer gegenüber der ZfK. Die Moderation lag bei Dr. Martin Spitz vom Stadtwerkenetzwerk Thüga.

Die Einladung der AfD durch den Südwestrundfunk zu einer Elefantenrunde während des rheinland-pfälzischen Wahlkampfes hatte zu einem Eklat mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) geführt, die daraufhin absagte. Meierhofer als Veranstalter der EIM rechtfertigte gegenüber der ZfK seine Einladung der AfD damit, es sei sinnvoll, sich anzuhören, was eine Partei energiepolitisch zu sagen hat, die in Mainz 12,6 Prozent bekam, mehr als das Doppelte der Grünen oder der FDP und mehr als das Fünffache der Linkspartei. AfD-Mann Knopp habe die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gefordert – wie das sowohl der Bundesverband als auch der Landesverband der Rechtspopulisten tut.

Das Fehlen anderer Parteien auf dem Podium begründete Meierhofer damit, dass die energiepolitischen Sprecher von SPD, Grünen und FDP kurzfristig abgesagt hätten – nicht aus Protest gegen die AfD, sondern weil gleichzeitig in den Verhandlungen um eine Ampelkoalition das Energiekapitel aufgerufen worden sei. (geo)