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Auf dem Weg in die "All Electric Society"

Der Strombedarf in Deutschland wird sich bis 2050 fast verdoppeln. Diese Erwartung äußerten die Teilnehmer des Dena-Kongresses in einer Umfrage.

Die Zukunft des deutschen Energiesystems wird künftig vor allem auf Strom basieren. Davon zeigte sich auf dem Kongress der Deutschen Energie-Agentur (Dena) Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, überzeugt. In einer spontanen Saalumfrage hatten reichlich 33 Prozent der rund 500 Kongressteilnehmer die Erwartung geäußert, dass 2050 der Strombedarf in Deutschland mehr als 1000 TWh betragen werde – das wäre trotz der hohen Effizienzziele mehr als eine Verdoppelung des heutigen Bedarfes. Mehr als zwei Drittel rechnen mit einen Anstieg auf 800 bis 1000 TWh.

Rainer Baake sah das ähnlich. Er lobte die Fortschritte in der Energiewende, räumte aber ein, dass es auf Fragen, wie der Prozesswärmebedarf der Industrie alternativ erzeugt oder der Methanausstoß in der Landwirtschaft reduziert werden kann, noch keine Antworten gebe. "Das heißt aber im Umkehrschluss, dass wir im Verkehr, bei der Gebäudewärme oder der Stromerzeugung praktisch komplett auf erneuerbare Quellen umsteigen müssen", so Baake. Im Zuge der Sektorkopplung bleibe damit nur Raum für elektrische Fahrzeuge und Gebäudeheizungen. Zu Themen wie Speicher oder Zukunft der Gaswirtschaft sagte Baake nichts, versicherte aber, der Staat werde nicht in die Preisbildung beim Strom eingreifen – auch nicht in Extremsituationen.

Den zum zehnten Mal verliehenen Energy Efficiency Award erhielt die Capita MFG GmbH aus Österreich, die ein integriertes Wärme- und Kältenetz für die Produktion von Outdoor-Sportartikeln in Betrieb genommen hat. Damit kann der Energieverbrauch von 4,7 Mio. kWh pro Jahr auf 0,7 Mio. kWh reduziert werden. Bei einer Investition von 1,2 Mio. Euro werden die Energiekosten um fast 300 000 Euro reduziert, so dass sich die höhere Effizienz innerhalb kürzer Zeit amortisiert.

Weitere Preisträger sind die Pilkington Automotive Deutschland GmbH aus Aken in Sachsen-Anhalt,die Thelen-Gruppe aus Essen sowie die Rauschert Heinersdorf-Pressig GmbH aus Bayern. Mehr über den Dena-Kongress. (masch)