Die TEAG installiert in Bad Salzungen einen 10-MW-Gasmotor von Wärtsilä. © TEAG

B.KWK: Mehr Kraft-Wärme-Kopplung in die Residuallast!

Die Hitzewelle zeigt die Störanfälligkeit von Kohle- und Atomkraftwerken. Aus diesem Grund weisen der B.KWK und Zukunft Erdgas auf die Vorteile von Kraft-Wärme-Kopplung und Gaskraftwerken hin.

Die Hitzewelle und die derzeit hohen Börsenstrompreise nimmt der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) her, um noch einmal auf die sinnvolle Lösung hinzuweisen, die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in der Residuallast zu etablieren. Denn dann könnte die hochflexible KWK als wertiger Partner und Konterpart der Photovoltaik- und Windstromerzeugung fungieren.

Die derzeitige Situation sei verheerend: Gerade in diesen heißen Tagen, in denen bestehende Großkraftwerke wegen der hohen Temperaturen ihre Leistung drosseln und reihenweise abgeschaltet werden müssen, werden zur Sicherung der Stromversorgung längst zum Alteisen gelegte ineffiziente Kraftwerke wieder angefahren. "Weil die Strompreise hoch sind und es sich mit den alten Schleudern Geld verdienen lässt!", kritisiert der B.KWK. Um die flexible KWK weiter auszubauen, hat der B.KWK auch eine Ausbaustrategie entwickelt. Doch die Lage sei derzeit gerade für Unternehmen sehr unsicher, in neue KWK-Anlagen zu investieren. Schuld daran sei die Politik. Bei der großen Koalition sei keine konsequente Politik zur Einhaltung selbst gesteckter CO2-Minderungsziele zu erkennen ist, argumentiert der B.KWK. Und das sei „ein fatales Signal“.

Atom- und Kohlekraftwerke werden zur Achillesferse der Energieversorgung

Da derzeit wegen Kühlflüssigkeitsknappheit zahlreiche Kohle- und Atomkraftwerke europaweit gedrosselt werden, hat sich die Marketing-Plattform Zukunft Erdgas zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass Gaskraftwerke keine Abhängigkeiten von Kühlwasser hätten. "In Zeiten von extremen Temperaturen werden hitzeanfällige Kraftwerke wie Atom- und Kohlekraftwerke zur Achillesferse der Energieversorgung“, kommentiert Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas. Gaskraftwerke hingegen seien unter anderem aufgrund ihrer hohen Wirkungsgrade nicht auf Kühlwasser angewiesen. Sie könnten auch bei konstant hohen Temperaturen uneingeschränkt betrieben werden und so die Stromversorgung jederzeit gewährleisten.

Absurderweise sei der deutsche Gaskraftwerkspark aktuell trotzdem zu weniger als zehn Prozent ausgelastet. Das mache die Versorgungslage unsicher. Besonders strukturell unterversorgte Regionen wie Bayern seien davon betroffen. „Gut, dass wir 29 GW Gaskraftwerksleistung haben, die flexibel abgerufen werden können, wenn anderen die Luft ausgeht. Hier wird wieder deutlich, welche Rolle dem Gaskraftwerkspark bei der Versorgungssicherung zukommt", betont Kehler abschließend. (al)