Bollewick: Nahwärmenetz bedeutet Unabhängigkeit

Die Gemeinde Bollewick zeigt vorbildlich, wie der Wärmebedarf einer Kommune durch erneuerbare Wärme gedeckt werden kann.

Die "Agentur für Erneuerbare Energien" zeichnet deshalb heute das Bioenergiedorf aus Mecklenburg-Vorpommern als Energie-Kommune des Monats aus. „Der Umbau unserer Wärmeversorgung sollte kommunal und erneuerbar sein – Bollewick ist hierfür ein gutes Beispiel“, unterstreicht Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Wenn zum Anfang der nächsten Heizperiode drei weitere Nahwärmeanschlüsse realisiert werden, steigt die Zahl der Hausanschlüsse in der 640-Einwohner-Gemeinde Bollewick auf 60. Dann liegt die Anschlussquote des Nahwärmenetzes auf Basis von Biowärme bei 75 Prozent.

Seit 2012 versorgt ein 3500 Meter langes Nahwärmenetz Privathaushalte, die Feldsteinscheune und kommunale Gebäude mit klimafreundlicher Wärme. Sie stammt aus zwei Biogasanlagen, deren Abwärme (2,1 Mio. kWh jährlich) durch das Nahwärmenetz an die Wärmekunden verteilt wird. Die Verteilung der Nahwärme wird mithilfe einer modernen und effizienten Wärmezentrale mit elektronisch geregelten Pumpen und 120 Kilowatt Speicher gesteuert.

„Für uns war das Nahwärmenetz auf Basis von Bioenergie ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit, der gleichzeitig die Wertschöpfung in der Region erhöht", erklärt Bertold Meyer, Bürgermeister der Gemeinde. „Wichtig war und ist uns ein ganzheitlicher Ansatz, der einerseits Einspar-, Erzeugungs- und Abnahmepotenziale vor Ort offenlegt und andererseits die lokale Bevölkerung an dem ökonomischen Nutzen der Projekte teilhaben lässt“, so Meyer. (ad)