Photovoltaik-Anlagen über 750 kWp können in Deutschland nur über das Ausschreibungsregime realisiert werden. Bild: © RainerSturm / pixelio.de

BSW: „Benachteiligte Flächen“ als Chance für PV-Ausbau

Drei Bundesländer machen es vor, viele weitere könnten laut BSW folgen: Ertragsschwache Landwirtschaftsflächen sollen als Standorte für PV-Freiflächenanlagen bereitgestellt werden.

Bayern und Baden-Württemberg stellen sogenannte „benachteiligte Flächen“ für den Ausbau von Photovoltaik(PV)-Freiflächen-Anlagen zur Verfügung. Hessen hat in seiner „Roadmap Energie“ im Frühling bereits angekündigt, eine ähnliche Verordnung vorzubereiten. Landwirtschaftlich wenig attraktive Gebiete können dann für die Solarstromerzeugung genutzt werden. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) sieht gute Gründe, warum künftig immer mehr Länder diesem Trend folgen könnten.

Photovoltaik zeichne sich nicht nur durch Flächeneffizienz aus, sondern neu errichtete Anlagen können Sonnenstrom bereits für circa fünf Cent pro kWh produzieren. Der Verband geht davon aus, dass sich der Solarstrombedarf in den nächsten Jahren vervielfachen wird. Der Bedarf an geeigneten Standorten für die Solarstromerzeugung werde daher wachsen.

PV-Geschäft als Alternative nach Kohle-Aus

Dach- und Fassadenflächen müssen durch Freiflächenanlagen ergänzt werden, erklärt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Gleich mehrere Vorteile würden Freiflächenanlagen an „benachteiligten Standorten“ bieten: Da sie kaum Eingriffe in die Natur und Landschaft darstellen, gebe es kaum Akzeptanzprobleme bei der Bevölkerung vor Ort, so Körnig. Zudem schaffe die Solarbranche neue Jobs und Wertschöpfungsmöglichkeiten. Vor allem für Bundesländer, die vom Braunkohleausstieg betroffen sind, könnten sich Chancen für einen erfolgreichen Strukturwandel nach dem Kohle-Aus ergeben.

Der BSW-Chef plädiert für die Verabschiedung von vergleichbaren Verordnungen wie in Hessen, Baden-Württemberg oder Bayern:"Wer auch wirtschaftlich von dem wachsenden Ökostrombedarf profitieren möchte, sollte bald folgen und dabei auf enge Mengenbegrenzungen verzichten.“ (ls)