Bundesrat fordert Biomasse-Initiative

Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz machen sich stark für den Energieträger.

Der Bundesrat hat die Bundesregierung bei seiner heutigen Sitzung aufgefordert, die Stromerzeugung aus Biomasse bei der zukünftigen Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht zu vernachlässigen. Damit folgt der Bundesrat einer gemeinsamen Initiative aus Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz. "Die Erzeugung von Strom und Wärme aus Biomasse ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Im Gegensatz zur Stromerzeugung aus Sonne und Wind ist die Bioenergie rund um die Uhr verfügbar und kann Angebotsschwankungen anderer regenerativer Energieträger ausgleichen. Mit der Forderung nach einer weiteren Unterstützung von Biogasanlagen setzt der Bundesrat ein klares Signal für die Zukunft der Biomasse", so Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund. Die Bundesregierung sei aufgefordert, die Forderungen bei der anstehenden Novelle des EEG aufzugreifen. Andernfalls drohe mit dem Auslaufen der Förderung spätestens ab 2020 die Stilllegung vieler Biomasseanlagen.

Allein in Thüringen wären rund 350 Biomasseanlagen betroffen. Die Ministerin betonte, dass Biomasseanlagen vor allem von Agrarunternehmen betrieben würden. Darüber hinaus fordert der Bundesrat, auch für Re-Investitionen zur Modernisierung bestehender Anlagen Anreize zu setzen. Dadurch würde ein Beitrag zum Klimaschutz und der Netzstabilität gewährleistet. Im gegenwärtigen EEG ist lediglich ein Zubau von Neuanlagen mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt (MW) pro Jahr in der gesamten Bundesrepublik vorgesehen.

Dazu der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez: „Die Entschließung des Bundesrats ist ein wichtiges Signal an die Bundesregierung und an den Bundestag, Biogas eine Chance als wichtigem Player in der Energiewende zu geben.“ (al)