Windkraftanlagen in Wirtschaftswäldern könnten bei Standortproblemen Abhilfe schaffen.
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BWE: Wälder für Windenergie erschließen

Die Implementierung von Windenergieanlagen in intensiv genutzten Wirtschaftwäldern könnte das Standortdilemma lösen. So könnten Nutzungskonflikte vermieden werden und Raum für Artenschutz entstehen, befindet der Bundesverband Windenergie.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) erachtet den Bau von Windkraftanlagen auf forstwirtschaftlich genutzten Waldflächen als notwendig. Nur so seien die Ausbauziele zu erreichen und genügende Flächenpotenziale zu sichern. Die natur- und anwohnerverträgliche Flächenbereitstellung soll jedoch stets oberste Priorität haben. "Vor allem in den südlichen Bundesländern, die durch einen hohen Anteil an Waldgebieten und windreiche Höhenlagen geprägt sind, hat sich die Nutzung von Windenergie auf intensiv forstwirtschaftlich genutzten Flächen bereits etabliert. Die Erfahrungen in diesen Bundesländern zeigen, dass sich der Ausbau von Windenergie und die berechtigterweise vorgebrachten Anliegen des Natur- und Artenschutzes miteinander in Einklang bringen lassen", erklärt Hermann Albers, Präsident des BWE.

Ausschließlich Wirtschaftswälder relevant

Der BWE spricht sich nach einer sorgfältigen räumlichen und technischen Planung unter Einbeziehung von Fachwissen aus Forstwirtschaft, Naturschutz, Logistik und Landschaftsplanung für die Erschließung der Flächenpotenziale in Wirtschaftswäldern aus. Es sei hingegen nicht erforderlich, Schutzgebiete mit wertvollen Laubwäldern oder besonders hoher ökologischer Wertigkeit für Mensch und Tier im Zuge dieser Prüfungen von der Flächenausweisung zu berücksichtigen, so der BWE.  

Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen könnten zudem den Eingriff in den Forstbestand voll umfänglich ausgleichen sowie zu einer ökologischen Flächenaufwertung führen, die Biodiversität steigern und die Artenvielfalt unter Umständen sogar stärken.

Minimierung von Nutzungskonflikten

"Seitens der Planungsbehörden sollten forstwirtschaftliche Flächenpotenziale für die Windenergie deshalb immer mit berücksichtigt werden. Sie können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland leisten", so Albers. Nutzungskonflikte könnten so minimiert werden, da die Anlagen weiter von der Wohnbebauung wegrücken. Gleichzeitig sollte es auch auf Forstflächen selbstverständlich sein, dass neben den Grundeigentümern auch die Standortkommunen an der Wertschöpfung beteiligt werden, ergänzt Albers. (hol)