Stadtwerke: Strategiewende zur Energiewende?

Eine neue Studie gibt Auskunft über die Forderungen und Strategien deutscher Energieversorger.

Eine aktuelle Studie von CGI in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Trendresearch zeigt, welchen Weg die Stadtwerke einschlagen, um den neuen Anforderungen künftig gewachsen zu sein. Insgesamt wurden 70 EVU, darunter 66 Stadtwerke, befragt.

Stadtwerke fordern vor allem eine höhere Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen. 43 % der Befragten sprechen sich für eine Anpassung der gesetzlichen Vorgaben an die akutellen Anforderungen und eine höhere Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit der gesetzlichen Vorgaben aus. Wichtig sei es vor allem, über die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit zu verfügen.

Die Befragten rechnen sowohl mit einer Verschlechterung des Geschäftsklimas in der Gesamtwirtschaft – tatsächlich hat sich dieses lt. des Forschungsverbunds CESifo im Februar um drei Prozentpunkte verbessert – als auch in der Energiewirtschaft. Das Geschäftsklima in der eigenen Branche halten die Befragten sogar für weitaus schlechter als das in der Gesamtwirtschaft. Als Gründe nennen die Stadtwerke einen gestiegenen bürokratischen, technischen und finanziellen Aufwand. Dieser resultiere aus der Umsetzung der energiepolitischen Ziele, der regulatorischen Vorgaben zur Anreizregulierung sowie der Anpassung der Geschäftsprozesse an neue Bedingungen. Bei 66 % der Befragten haben die Vorgaben zur Liberalisierung des Strommarktes dazu geführt, dass der Preisdruck enorm gestiegen und die Margen der Energieversorger gesunken seien.

25 % der befragten Stadtwerke gaben an, sich für folgendes konkretes Geschäftsmodell entschieden zu haben: verstärkter Einsatz von etablierten Maßnahmen zur Kundenbindung und -rückgewinnung, beispielsweise durch vermehrte Kundenansprache im Rahmen von Kundenzeitschriften und Servicecentern. Besonderer Wert wird dabei auf den direkten persönlichen Kundenkontakt gelegt. Auch das Angebot von Tarifen mit längerfristiger Kundenbindung und Festpreisgarantieverträgen werden favorisiert. Anstatt einer Ausdehnung des Vertriebsgebietes wird eine Kundenbindung im eigenen Netz angestrebt. Neue Marketings- und Vertriebsmaßnahmen werden hingegen nur selten entwickelt. Auch Discountpreise werden mehrheitlich abgelehnt.

Die „klassischen Geschäftsfelder” seien weiterhin der Vertrieb und der Netzbetrieb. In diesen Bereichen generiere man durchschnittlich jeweils 40 % der gesamten Wertschöpfungskette. (msz)