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Saubere Mobilität: Runder Tisch in NRW

Verkehrsverursachte Umweltbelastungen in Nordrhein-Westfalen sollen gesenkt werden. Damit soll die Energiewende auch für Mobilität der Menschen praktisch wirksam werden.

Die Vorteile der Erdgasmobilität wird von Wirtschaft und Politik immer stärker wahrgenommen. Benötigt werden jedoch marktfähige, rasch greifende Lösungen. Nach Meinung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und der Energieagentur NRW bietet speziell Erdgas mit seinen sauberen Eigenschaften bei der Verbrennung hier gute Ansatzpunkte. Deswegen wurde jetzt auf Initiative dieser beiden in Düsseldorf der „Runde Tisch Gasmobilität“ gegründet.

Rund 40 Vertreter aus der Gaswirtschaft, Automobilindustrie und Politik werden sich in Zukunft regelmäßig zu politischen Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen, zu Fahrzeugangeboten und Praxiserfahrungen, Kraftstoffen und Tankstellen-Infrastruktur austauschen. Es besteht das übergreifende Interesse, Strategien zu entwickeln, mit deren Hilfe Compressed Natural Gas (CNG), Liquefied Natural Gas (LNG) und Biomethan im bevölkerungsreichsten Bundesland auf die Straße gebracht werden können. Die Plattform versteht sich als Ergänzung zur „Initiative Erdgasmobilität – Erdgas und Biomethan als Kraftstoffe“ der Bundesregierung.

Es erscheint heute als eine Illusion, den Individualverkehr mit dem Auto komplett aus den Innenstädten zu verbannen. Daher müssen für den Individualverkehr ebenso wie für den ÖPNV alternative Antriebsmöglichkeiten entwickelt und zur Serienreife gebracht werden. Doch ein erster Schritt, um die Emissionen zu senken, ist eben Erdgas. Dietrich Gerstein, Experte für Mobilität beim DVGW, sagt dazu: „Wenn wir jetzt von Benzin und Diesel auf Gas umstellen, können wir sofort die Emissionen von Luftschadstoffen, den Lärm und Treibhausgase spürbar reduzieren und müssen nicht darauf warten, bis andere Optionen Marktreife erreicht haben.“ Gas-Technologien als Fahrzeugantriebe sind technisch voll ausgereift und sofort verfügbar.

Gasantrieb de facto emissionfrei

Durch die Nutzung von Biomethan und synthetischen Gasen könnten Gas-Fahrzeuge mittelfristig sogar weitgehend emissionsfrei angetrieben werden. Das unterscheidet sie von E-Autos, wie der DVGW-Vorstandsvorsitzende Gerald Linke bemerkt: „Die technische Entwicklung bei der Elektromobilität steckt hingegen noch in den Kinderschuhen. Die Defizite liegen klar auf der Hand: geringe Reichweiten bei lückenhafter Ladesäuleninfrastruktur sowie lange Ladezeiten. Mit Erdgas können Autofahrer und Kommunen dagegen sofort und sehr effektiv zur Verkehrswende beitragen. Wer es ernst meint mit dem Klima- und Gesundheitsschutz, setzt auf Gas als Kraftstoff.“

Mit rund 160 Millionen Tonnen CO2 verursachte der Mobilitätssektor im Jahr 2016 ungefähr ein Viertel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland. In Deutschland fahren derzeit lediglich rund 100 000 Fahrzeuge mit Gas; in NRW sind es etwas mehr als 15 000 – für eine effektive Verkehrswende sind diese Zahlen deutlich zu klein. (sig)