Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus Bild: Jacques Grießmayer/Wikipedia

Mappus hat für EnBW-Aktien zu viel gezahlt

Die EnBW-Aktien waren zu teuer: Während sich die rot-grüne Landesregierung durch ein Gutachten bestätigt fühlt, zeigt man sich bei der CDU "bestürzt".

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat für die Anteile des Energieversorgers EnBW 780 Mio. € zu viel bezahlt. Dies belegt ein Gutachten, welches vom Münchner Finanzwissenschaftler Wolfgang Ballwieser im Auftrag der Staatsanwaltschaft angefertigt wurde. So habe laut Expertise der reelle Wert einer EnBW-Aktie damals 34,58 € betragen, das Land habe aber 41,50 € gezahlt. Die Staatsanwaltschaft, die gegen Mappus wegen Untreue ermittelt, gab die neuen Ergebnisse bekannt.

Die grün-rote Landesregierung sieht sich durch das Gutachten bestätigt und will das zu viel gezahlte Geld für den Steuerzahler zurückholen. Die CDU hingegen reagierte "bestürzt" und sieht nun großen Erklärungsbedarf bei den Beratern von Ex-Ministerpräsident Mappus. Dieser selbst zeigt "Erstaunen" und "Befremdung". Er und seine Anwälte sprechen Ballwieser die Neutralität ab.

Insgesamt hatte das Land Baden-Württemberg 4,7 Mrd. € für das Aktienpaket von 45 % an der EnBW bezahlt. Mappus hatte den Kauf 2010 von der französischen EdF am Parlament vorbei eingefädelt. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags befasst sich seit beinahe zwei Jahren mit der Frage, ob zu viel für die Anteile bezahlt worden ist. (msz)