Zeit: Passus bevorzugt Energiekonzerne

Ein Absatz im Entwurf zum Koalitionsvertrag soll Erzeuger von Strom aus Erneuerbaren zu Geschäften mit Energiekonzernen verpflichten.

"Wir werden prüfen, ob große Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien einen Grundlastanteil ihrer Maximaleinspeisung garantieren müssen, um so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten", zitiert "Zeit – online" Zeile 259 des Entwurfs zum Koalitionsvertrag vom 11. November.

Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen sollen künftig die Einspeisung ihrer Anlagen garantieren, unabhängig ob der Wind weht oder die Sonne scheint. Ihre Leistung müssten solche Anlagen künftig durch die Leistung regelbarer Kraftwerke in gleichem Ausmaß sichern. So kämen Kohle- oder Gaskraftwerke wieder ins Geschäft, so das Onlineportal. Das Backup müssten die Grünstromerzeuger bezahlen, allerdings nur die großen. Außerdem soll die Sicherung nur für den Grundlastanteil gelten. "Zeit online" zufolge wurde der Satz auf Drängen der Chefs von RWE, Peter Terium, und Eon, Dr. Johannes Teyssen, im Vertragsentwurf aufgenommen.

Nach Berechnungen des Blatts müssten Betreiber von Solaranlagen, die das Backup nur für etwa 1000 h/a brauchen, für eine kWh 6 ct an Betreiber von Kohle- oder Gaskraftwerke zahlen, damit dieser die notwendige sichere Leistung vorhalte. Für Windkraftanlagen an Land wären etwa 4 ct pro kWh zusätzlich fällig. Derzeit beträgt die Einspeisevergütung 9 ct/kWh, so dass der Gewinn auf 5 ct/kWh sinken würde. (sg)