Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann am Eröffnungstag des Dena-Kongresses im Gespräch mit Moderation Ursula Heller vom Bayerischen Fernsehen. Bild: © Dena

Dena-Kongress: Politik uneins über Energiepolitik

Ob EEG-Umlage oder Klimaziele 2020 - die heißen Eisen der Energiepolitik wurden zum Auftakt des Dena-Jahreskongresses kontrovers diskutiert.

Ungeachtet der nachjustierten Klimapolitik bleibt der Streit um den richtigen Weg in der deutschen Energiepolitik bestehen. Auf dem Dena-Jahreskongress in Berlin wurde das gestern besonders bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der im Bundestag vertretenen Parteien deutlich.

Zuvor hatte bereits Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, die Richtung der großen Koalition auf seine Art interpretiert: Ganz oben, so Baake, stehe die Effizienz, doch gleich danach komme der weitere Ausbau der bislang vor allem auf den Stromsektor konzentrierten erneuerbaren Energiequellen. Die Elektrifizierung werde alle Sektoren durchdringen. Dr. Michael Fuchs von der CDU/CSU-Fraktion warnte indes, dass ein ungezügelter Ausbau die Kosten weiter hinauf und die Industrie damit aus dem Land treiben könnte. Deutsche Unternehmer investierten schon heute nur noch 80 Prozent der Abschreibungssumme im Land – dafür aber verstärkt in anderen Märkten.

Auch Markus Heil (SPD) sieht nach wie vor Fehlanreize im gegenwärtigen Gesetzesdschungel: 25 Mrd. Euro jährlich für die Betreiber von Photovoltaik- und Windenergieanlagen stünden nur zwei Mrd. Euro an Forschungsmittel für Effizienz entgegen – das sei ein krasses Missverhältnis. Hinzu komme, dass trotz dieser Belastungen die Klimaziele für 2020 wohl nicht erreicht werden, was Eva Bulling-Schröter (Die Linke) dazu brachte, jetzt konkrete Termine für den Kohleausstieg zu fordern. Bedenken dagegen, dass man dadurch die Reviere an der Lausitz und am Rhein ohne Alternative lasse, sieht auch der Grüne Oliver Krischer nicht: "Deutschland sollte sich an die Spitze unaufhaltsamer Trends stellen, dann bleiben wir auch industriell stark", so sein Credo.

Prinzipielle Übereinstimmung herrschte hingegen hinsichtlich der nicht mehr zeitgemäßen Begrenzung von Fördermaßnahmen auf einzelne technologische Anwendungen. Vor allem bei Power to X wirke sich das zunehmend als Hemmschuh aus. Mit dieser Technologie könne heute schon wirtschaftlich sinnvoll an einer zunehmenden Zahl von Tagen überflüssiger Windstrom zu Wasserstoff oder Methan bzw. auch direkt zu Wärme umgewandelt werden.

Kai Schiefelbein, Geschäftsführer Technik bei Stiebel Eltron, kritisierte, dass dieser Strom noch immer mit EEG-Abgaben verteuert werde, obwohl Power to X die Netze entlaste, eine wichtige Speicherrolle übernehme und auch im Wärmemarkt den Anteil erneuerbarer Energie deutlich erhöhen könnte. 2015 wurden 4700 GWh abgeregelt und dafür 480 Mio. Euro an die Betreiber gezahlt. Mit hybriden Heizsystemen wäre damit vor allem im ländlichen Bereich eine direkte Nutzung möglich, zudem biete das engmaschige Gasnetz noch reichlich Transportkapazitäten (Mehr zum Dena-Kongress). (masch)