Deutschland neigt zu Strategischer Reserve

Bund, Länder und Bundesnetzagentur werden heute ein Konzept zu einer Strategischen Reserve abstimmen.

Dr. Gerrit Volk, Referatsleiter Zugang zu Gasverteilernetzen bei der Bundesnetzagentur, sagte gestern bei der Gat Gasfachlichen Aussprachetagung in Dresden: "Zusammen mit den Übertragungsnetzbetreibern werden wir etwa 2000 MW Kaltreserve für den Winter 2012/13 kontrahieren." Volk vertritt die Bundesnetzagentur bei der heutigen erstmaligen Sitzung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Versorgungssicherheit, die nach den Erfahrungen mit Kraftwerksabschaltungen Anfang diesen Februars eingerichtet worden war und die Maßnahmen berät, um eine Wiederholung dieses Versorgungsengpasses zu verhindern.

Zusätzlich zu dieser Sofortmaßnahme im Hinblick auf den nächsten Winter werde es, so Volk, eine "Prämie für die Nichtstilllegung" von (nichtnuklearen) Kraftwerken geben, die eigentlich am Ende ihrer Lebensdauer angelangt wären. Diese soll es aber nur auf die nächsten zwei bis vier Jahre geben. Zur letzteren Maßnahme gäbe es nur die Alternative, dass der Staat selbst Kraftwerke baute, sagte der Referatsleiter.

Nach Darstellung des dazu entsandten leitenden Beamten des Freistaats Bayern findet das heutige Treffen auf Ebene der Staatskanzleichefs im Bundeskanzleramt statt. Es gehe u. a. darum, in der geplanten Verpflichtung bestimmter Kraftwerksbetreiber zum Weiterbetrieb in Krisenzeiten festzulegen, ob dazu die Anforderung eines Übertragungsnetzbetreibers genüge oder ob es zu diesem Eingriff eines behördlichen Aktes bedürfe. (geo)