Viel gefragt: Ivo Gönner ist nicht nur Oberbürgermeister der Stadt Ulm und VKU-Präsident, sondern auch Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetages. Bild: Monika Gunst/Stadtarchiv Ulm

Gönner fördert zügige Reformen des Energiemarkts

VKU-Präsident Ivo Gönner nennt Gaskraftwerke die Verlierer im derzeitigen Energiemarkt. Er rät zu einem Auktionsmodell mit umfassender Direktvermarktung.

"Der Energiemarkt befindet sich derzeit in einer besorgniserregenden Schieflage. Die Einsatzzeiten effizienter konventioneller Kraftwerke reduzieren sich. Der Netzausbau läuft schleppend, der Emissionshandel liegt am Boden und bietet keinerlei Anreize, in klimafreundliche fossile Kraftwerke zu investieren", sagte VKU-Präsident Ivo Gönner anlässlich der Konferenz "Kommunen in der Energiewende" in Bonn. Die Veranstaltung richtete die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) aus.

Besonders kritisch ist die Lage Gönner zufolge bei den Gaskraftwerken, obwohl deren Bau und Betrieb politisch erwünscht sei. "Stadtwerke haben – auch auf Anraten der Politik – hohe Summen in effiziente und moderne Gaskraftwerke investiert", sagte Gönner. Genau diese Kraftwerke seien aber im derzeitigen Energiemarkt die Verlierer. Das treffe auch Haushalte und Kommunen.

Deswegen forderte Gönner eine Reform des EEG: "Wir brauchen bei der Förderung erneuerbarer Energien ein Auktionsmodell mit umfassender Direktvermarktung, um die Kosten zu bremsen". Genau so wichtig sei aber auch die Einführung von Kapazitätsmechanismen, die Versorgungssicherheit finanziell honorieren würden.

Wichtig sei auch der europäische Gesamtkontext. Der VKU-Präsident und Oberbürgermeister von Ulm forderte ein europäisches Energiekonzept zur Fortentwicklung der europäischen Ziele bei der Emissionsreduktion, dem Ausbau der Erneuerbaren und der Neugestaltung eines funktionierenden Emissionshandels. (sg)