Energiewende-Index: Stimmung im Sturzflug

Im zweiten Quartal hat sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft gegenüber der Energiewende besonders unter den Energieversorgern verschlechtert.

Um weitere 1,6 Punkte habe sich der Energiewende-Index im Quartal 2013 verringert, so die Deutsche Energie Agentur (dena), die den Index quartalsweise zusammen mit dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young GmbH erhebt. Befragt werden Akteure und Betroffene der Energiewende in Deutschland aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Im zweiten Quartal 2013 nahmen rd. 300 Unternehmen, Städte und Verbände an der Umfrage teil.

Damit erreicht der Energiewende-Index im zweiten Quartal 2013 einen neuen Tiefstand von 94,2 Punkten auf der Skale von 0 (sehr negativ) bis 200 (sehr positiv). Besonders deutlich sei die Abwärtsentwicklung bei den Energieversorgern, während sich die Stimmung unter den Netzbetreibern mit plus 5,3 Punkten deutlich verbessert habe, teilte die dena mit. Insgesamt seien aber die Werte für alle Branchen seit der Erhebung des Indexes vor einem Jahr gesunken. Nur bei den Herstellern und Zulieferern gäbe es im mittelfristigen Vergleich ein leichtes Plus zu verzeichnen.

Auffällig ist demnach die Verschlechterung der Stimmung in Bezug auf wirtschaftliche Aspekte der Energiewende. Die Beschäftigungssituation wird im zweiten Quartal deutlich negativer eingeschätzt. Die Bereitschaft zu investieren lässt nach. Die Sorgen um die Wettbewerbssituation nehmen zu. Aufgrund der bevorstehenden Bundestagswahl und der Sommerpause versprechen sich immer weniger Unternehmen eine Verbesserung der Lage und erwarten vorerst keine neuen politischen Initiativen.

In der aktuellen Umfrage beantworteten die Unternehmen Extra-Fragen zur Versorgungssicherheit: 50 % geben dabei an, dass schon kurze Stromausfälle von weniger als drei Minuten erhebliche wirtschaftliche Folgen für sie hätten. In energieintensiven Branchen liege der Anteil sogar bei über 70 %. Von Stromausfällen waren 16 % aller Unternehmen betroffen. 30 % gehen davon aus, dass dies in den kommenden Monaten noch häufiger auftreten wird. Nur 43 % würden sich laut Umfrage auf kurzfristige Unterbrechungen ausreichend vorbereitet fühlen.

Die Ergebnisse finden sich auch auf der Webseite der Dena unter diesem Link "DEX-Ergebnisse, 2. Quartal 2013" (PDF). Die ZfK berichtete bereits über den Index im 1. Quartal 2013: "Energiewende: Stimmung kippt". (sg)