Von links: Joffrey Streit, Moderator, Peter Hoffmann, Stadtwerke Sindelfingen, Elmar Esser, ZVSHK, Jörg Teupen, Stadtwerke Kiel, Thorsten Herdan, BMWI. Bild: BDEW/Gerhard Kassner

Erneut ein Hilferuf für KWK

Die Politik muss bei den Rahmenbedingungen für die KWK der allgemeinen Versorgung dringend nachbessern.

Dieses Plädoyer der Stadtwerke stand im Mittel eines Panels zum Wärmemarkt beim BDEW-Jahreskongress heute Vormittag in Berlin. „Der Leitungsbau für die Fernwärme wird reichlich gefördert, doch uns bricht die KWK-Erzeugung zunehmend weg“, unterstrich Peter Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen. Er wies darauf hin, dass gasgestützte KWK kaum mehr wirtschaftlich betrieben werden könnten. Der Betrieb von Einzelkesseln zur Wärmeerzeugung, für welche der Strom günstig auf dem Spotmarkt zugekauft werde, sei meist rentabler.

Ähnlich äußerte sich Jörg Teupen, Vorstand der Stadtwerke Kiel. „Das Thema liegt uns sehr im Magen“, unterstrich er und forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, dringend nachzubessern. Insofern begrüße er die jüngsten Vorschläge von Sigmar Gabriel für eine verstärkte KWK-Förderung bis 2019 als Alternative zu der diskutierten Kohleabgabe. „Wir sehen jedoch zunehmend auch eine Kannibalisierung der öffentlichen Fernwärmeversorgung durch privat betriebene KWK“, sagte Teupen. Die nur 40 % EEG-Umlage auf selbst erzeugten KWK-Strom wirke hier als Motor. Deshalb müsse die Umlage dringend angehoben werden, um Chancengleichheit für die öffentliche Versorgung herzustellen.

Zuvor hatte der Vertreter des Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) Thorsten Herdan betont, dass man die 40 % EEG-Umlage für diesen Bereich „verfestigen“ wolle. Eine Erhöhung sei auch aufgrund EU-rechtlicher Vorgaben schwierig, zudem gebe es auch Forderungen von anderen Interessenkreisen für eine Absenkung. Das BMWi halte deshalb die 40 % Umlage als guten Kompromiss an.

Daneben kündigte Herdan auf dem Panel an, künftig die Stadtwerke und Kommunen verstärkt in die Energieberatung zur Umsetzung der Ziele des Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) einzubeziehen. „Die Stadtwerke und Kommunen haben hier als unabhängige Institutionen eine sehr hohe Glaubwürdigkeit sowie eine große Nähe zu den Verbrauchern“. Dieses Potenzial wolle man verstärkt nutzen, so Herdan. (hcn).