Diskutieren die Energiewende sehr kontrovers (v.l.): Cem Özdemir (MdB, Grüne), Dr. Markus Binder (GKM AG), Dr. Dirk Mausbeck (EnBW), Gerhard Widder (Moderator), Ivo Gönner (OB Ulm, SPD) und Dr. Joachim Pfeiffer (MdB, CDU). Bild: Fromm

Ernüchterung beim 9. Energiegipfel in Stuttgart

Süddeutsche Energieversorger vermissen klare Signale der Koalitionäre, zeigte sich beim 9. Energiegipfel Süddeutschland in Stuttgart.

Von dem Hintergrund komplizierter Rechts-, Finanz- und Planungsvorschriften, regulierter Märkte und kritischer Bürger vermissen die kommunalen Energieversorger in Baden-Württemberg klare Signale einer künftigen Regierung. Die Begeisterung für die Rekommunalisierung ist auch im einzigen grün-rot regierten Bundesland deutlich zurückgegangen.

"Wir brauchen ein Energieministerium, das sämtliche Entscheidungen über Gesetze, Verordnungen und Auflagen unter den Aspekten Ökonomie, Ökologie und Versorgungssicherheit bewertet", sagte etwa Olaf Stobbe, Leiter Netzwirtschaft der Heidelberger Stadtwerke. Was ihn und seine Kollegen ärgere, sind unkoordiniertes, bruchstückhaftes und nur mikroökonomisch maximiertes Vorgehen aller Beteiligter.
 
Greifbar wurde die Stimmung beim 9. Energiegipfel Süddeutschland in Stuttgart, wo sich rund 60 Vertreter von Stadtwerken, Erzeugern und Netzbetreibern am 11. Dezember Signale erhofften, wie es nun weitergeht mit der Energieversorgung in Deutschland und der Gewichtung zwischen konventionellen Kraftwerken und regenerativen Energien. Tatsache sei, dass die Stadtwerke bereits mehr als 50 % ihres Strompreises in Form von Steuer, EEG-Umlage etc. an den Staat abführten, schimpft etwa Barbara Endriss. Diese eine Hälfte entspräche schon fast dem Strompreis in Österreich, so die Geschäftsführerin des OEW
Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerkein. Parallel stecke das eigene Geld in Kraftwerken und könne sich nicht amortisieren, weil der Gesetzgeber zu Stilllegungen zwingt, ohne die Differenz zu bezahlen. (Leonhard Fromm)