EU erwägt nun doch zwei Strompreiszonen

Weil sich der Ausbau der deutschen Stromnetze verzögere, will die Kommission zum Jahresende Pläne für eine Marktordnung präsentieren, so die "Welt".

Dazu gehöre auch eine Zerschlagung Deutschlands in zwei Preiszonen. Nach Informationen des Blatts, habe die EU-Kommission in Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium als Vorstufe regional differenzierte Einspeiseentgelte für konventionelle Kraftwerke ins Spiel gebracht. So soll ein Anreiz geschaffen werden, Kraftwerke in Regionen mit Stromengpass zu bauen. Laut Brüssel sei Überschussstrom, der in die angrenzenden Nachbarländer fließe, "eine Quelle politischer Konflikte und behindert die Integration der west- und osteuropäischen Strommärkte, schreibt "die Welt".

Neu ist die Diskussion mit den Strompreiszonen nicht. Bislang habe die Kommission aber Abstand von diesen Plänen genommen, weil Deutschland den Ausbau der Nord-Süd-Trassen zugesagt hatte. Nun verzögern sich die Stromautobahnen aber zunehmend, so soll etwa Suedlink nicht bis Ende 2022 fertig sein – dann geht das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel wolle die EU-Kommission jedoch beschwichtigen. Demnach will er heute auf dem Sondergipfel der Ministerpräsidenten vorschlagen Teile Norddeutschlands sowie Nordhessen zu "Netzengpassregionen" zu erklären. Dort soll dann der Bau neuer Windräder "vorübergehend deutlich eingeschränkt werden", heißt es weiter. (sg)