"Europäischen Energiebinnenmarkt optimieren"

"Die Europäer verdrängen, dass fast 90 % des Weltenergiemarkts außerhalb der EU liegen", so Peter Mather, Regional Vice President Europe von BP.

Die EU verfüge über vergleichsweise wenig eigene Energie-Ressourcen, fügt der Regional Vice President Europe der BP-Gruppe auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft in Berlin an. "Um im globalen Energiewettbewerb mithalten zu können, muss die EU attraktive Bedingungen bieten", zitiert Veranstalter Euroforum Mather. Dies gehe nur mit einem effizienteren besser funktionierenden europäischen Energie-Binnenmarkt. Damit werde zugleich auch die Versorgungssicherheit gefördert.

Auch Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Rainer Baake bekräftigt die Forderung nach einem europäischen Energiebinnenmarkt. Versorgungssicherheit sei keine rein nationale Frage, sondern müsse in Einklang mit den europäischen Nachbarn und der EU geklärt werden.

Zustimmung erhält er außerdem auf EU-Ebene von Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie: An einem europäischen Energiebinnenmarkt "geht kein Weg vorbei".

Zudem dürfe Russland nicht außen vor gelassen werden, warnt Mario Mehren, Vorstandsmitglied bei Wintershall. "Europa und Russland brauchen einander, Europa ist für Russland immer noch der wichtigste Markt", so sein Fazit. Gleichzeitig müssten die Versorger aber auch auf Diversifizierung setzen. Wichtige Märkte seien Westeuropa, der arabische Raum und Südeuropa. Auch die Vorkommen an konventioneller Energie in Europa und Deutschland müsse geprüft werden. Einem zentralisierten Gaseinkauf erteilte er eine Absage: "Wir brauchen mehr und nicht weniger Markt", so Mehren. (sg)