Die wichtigste Stromquelle in Deutschland sind mittlerweile die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von über 31 Prozent an der Bruttostromproduktion. Das Bild zeigt eine Windkraftanlage im Windpark Brenntenberg, der von Ostwind und den Technischen Werken Schussental betrieben wird.
Bild: TWS

Energiewende-Monitoring: Wo Deutschland steht

Daten und Fakten zur Energiewende im Jahr 2015 liefert der 5. Monitoringbericht "Die Energie der Zukunft". Kraft-Wärme-Kopplung wird extra erwähnt.

Der Monitoring-Prozess "Energie der Zukunft" prüft, wie weit 2015 Maßnahmen zur Energiewende umgesetzt wurden – auf Basis einer sicheren, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung. Begleitet wird der Prozess von einer Kommission aus unabhängigen Energie-Experten, der Prof. Andreas Löschl von der Universität Münster vorsteht. Er wurde im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt.

Das Monitoring stützt sich auf öffentlich zugängliche und überprüfbare Daten, heißt es in dem 30-seitigen Kurzbericht. Neben der Frage "Wo stehen wir?", wird auch die Frage "wie geht es weiter?" behandelt.

Ergebnisse für das Jahr 2015 :

Wichtigste Stromquelle 2015 waren die Erneuerbaren mit einem Anteil von 31,6 Prozent am Bruttostromverbrauch. Der gesamte Bruttostromverbrauch lag bei 593,8 TWh.

Der Primärenergieverbrauch ist nach dem Niedrigstand des Vorjahres leicht um 0,9 Prozent gestiegen und lag bei 13 293 Petajoule. Dazu trug das Wirtschaftswachstum und die kühlere Witterung bei. Positiv wurde auch die Entwicklung bei der erneuerbaren Wärme eingeschätzt: So wurden 13,2 Prozent – etwa 157,8 Mrd. kWh – des Wärmeverbrauchs durch erneuerbare gedeckt; 2014 waren es noch 12,5 Prozent gewesen.

Als wichtige Weichen für die Zukunft werden aufgezählt, dass die erneuerbaren Energien nach EEG 2017 künftig an wettbewerblichen Ausschreibungen teilnehmen müssen.

Im Verkehr entwickelte sich der Endenergieverbrauch mit einem Plus von 1,3 Prozent gegenüber 2005 weiterhin gegenläufig zu den Zielen des Energiekonzepts. Dieser soll demnach um zehn Prozent bis 2020 gegenüber 2005 sinken. Laut Bericht sind hier weitere Anstrengungen erforderlich.

Der Bestand an Fahrzeugen mit Elektroantrieb stieg 2015 rapide: So waren es rund 42 000 mehrspurige Kraftfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb, davon rund 11 000 aufladbare Hybride. Insgesamt stieg die Zahl der E-Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahr um fast 50 Prozent, ihr Marktanteil lag jedoch weiter bei unter ein Prozent der Neuzulassungen. Die Trendwende im Verkehr ist und bleibe ein Langzeitprojekt, heißt es weiter.

Treibhausgasemissionen und Umweltwirkungen

Die Treibhausgasemissionen sind 2015 ebenfalls leicht gestiegen und gegenüber 1990 um geschätzt 72,2 Prozent gesunken. Ziel ist es, bis 2020 diese Emissionen um 40 Prozent zu senken.

Die Emissionen der Energiewirtschaft gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück, Haushalte und Verkehr hingegen emittierten deutlich mehr als im Vorjahr: Den stärksten Anstieg verzeichneten dabei die privaten Haushalte mit fast vier Prozent, zwei Prozent waren es beim Verkehr. Zentrales Instrument, sei hier das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Deutschlands Stromversorgung ist laut Bericht sicher. Die Gesamtkapazität konventioneller Kraftwerke stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr: Veränderungen im relevanten Umfang gab es bei den Energieträgern Kernenergie, Steinkohle und Erdgas. Die Stilllegung des Kraftwerks Grafenrheinfeld wurde durch Leistungszuwächse im Bereich Steinkohle überkompensiert.

 
Eine eigene Erwähnung bei der konventionellen Strom- und Wärmeerzeugung bekam die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Sie habe eine besondere Rolle gespielt. So lag ihre Erzeugung bei 105,5 TWh. In den kommenden Jahren werden 13 Prozent der Braunkohlekapazitäten in eine Sicherheitsbereitschaft überführt, das bedeutet eine schrittweise Stilllegung im Umfang von 2,7 GW. Die Anlagen sind vier Jahre in Sicherheitsbereitschaft, um auf sie als letzte Absicherung zurückgreifen zu können.

Die Strompreise sanken 2015 für Haushaltskunden um durchschnittlich 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2016 ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Für Industriekunden, die nicht unter Entlastungsregelungen fallen gingen die Strompreise 2015 um 2,1 Prozent zurück.

Die Gesamtausgaben für Energie bei der Industrie gingen 2015 zurück und waren so niedrig wie zuletzt 2011. Insgesamt zahlte die Industrie rund 37 Mrd. Euro für Energie und damit etwa 3,7 Prozent weniger als noch 2014 – obwohl der Verbrauch um 1,2 Prozent anstieg. Ursache waren die deutlich niedrigeren Preise auf den globalen Rohstoffmärkten. So fielen die Energiekosten durch den Verbrauch fossiler Primärenergieträger 2015 gegenüber dem Vorjahr von rund 77 Milliarden auf rund 55 Milliarden Euro. (sg)