DVGW zu prioritären Stoffen in der Wasserpolitik

DVGW sieht erheblichen Verbesserungsbedarf bei der Auswahl der Stoffe und der Festlegung von Umweltqualitätsnormen.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) begrüßt grundsätzlich die Initiative zur Fortschreibung und Erweiterung der Liste prioritärer Stoffe. „Allerdings sehen wir auch aus Sicht der Trinkwasserversorgung noch erheblichen Verbesserungsbedarf bei der Auswahl der Stoffe und der methodischen Ableitung der Umweltqualitätsnormen”, so Dr. Walter Thielen, DVGW-Hauptgeschäftsführer.

 

Die Europäische Kommission hatte am 31. Januar 2012 mit einem Vorschlag zur Änderung der Wasserrahmenrichtlinie und der Richtlinie über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik eine überarbeitete und erweiterte Liste prioritärer Stoffe vorgelegt. Demnach sollen 15 zusätzliche Stoffe aus den Bereichen Pflanzenschutzmittel, Biozidwirkstoffe, Industriechemikalien, Dioxine und pharmazeutische Wirkstoffe in die Änderungsrichtlinie aufgenommen werden. Sechs dieser neuen Stoffe gelten als prioritär gefährlich, deren Emission  innerhalb von 20 Jahren gänzlich einzustellen ist.

 

Dem DVGW fehlt nun eine nachvollziehbare Begründung für die Auswahl der neu aufgenommenen Stoffe sowie für die Ableitung der Umweltqualitätsnormen. Die intransparente Vorgehensweise führe dazu, dass für einige Parameter extrem niedrige Konzentrationswerte festgelegt worden seien, deren Einhaltung auch bei Ausführung aller möglicher Maßnahmen über Jahrzehnte hinweg nicht möglich sein werde. (msz)