Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake äußert sich zum neuen Marktmodell. Bild: Heinrich-Böll-Stiftung/Stephan Röhl

Gabriel beruft Grünen als Staatssekretär

Der Grüne Rainer Baake wird das Staatssekretärsamt im neu besetzten Wirtschafts- und Energieministerium übernehmen.

Nachdem Union und SPD gestern die Besetzung ihrer Ministerposten bekannt gegeben haben, steht fest, dass Sigmar Gabriel als Vizekanzler unter Dr. Angela Merkel Wirtschafts- und Energieminister wird. SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks wird Umweltministerin.

Für Überraschung sorgt die Berufung des Grünen Rainer Baake als Staatssekretär in Gabriels Ministerium. Dies gab der 58-jährige im "Bericht aus Berlin" bekannt. Der ehemalige Staatssekretär von Jürgen Trittin ist Geschäftsführer des Thinktanks "Agora Energiewende". „Ich freue mich auf die Möglichkeit, an zentraler Stelle gemeinsam mit Minister Gabriel und der neuen Bundesregierung, der Energiewende in Deutschland zum Erfolg zu verhelfen", so Baake. Ausdrücklich dankte er der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation für ihr Vertrauen. Beide Stiftungen sind Träger von Agora. Baake gilt als überzeugter Anhänger der Energiewende. Dabei stimmt die Berliner Denkfabrik durchaus auch kritische Töne gegenüber den Erneuerbaren an, wie etwa gegenüber dem massiven Ausbau von Offshore-Windkraft. Zuletzt forderte sie eine Kürzung der Fördersätze für Ökostrom.

Vor der Gründung der Agora Energiewende 2012, war Baake sechs Jahre  Hauptgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Ganz neu ist das Amt als Staatssekretär unter Gabriel für Baake nicht. Als Gabriel vor acht Jahren überraschend unter der schwarz-roten Regierung Umweltminister wurde und zu einer Klimakonferenz nach Montreal reiste, nahm er den scheidenden Umwelt-Staatssekretär Baake der rot-grünen Vorgänger-Regierung mit. Auf dessen Erfahrungen habe der künftige Superminister damals nicht verzichten wollen, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Gabriel.

Ein weiterer Neuzugang im Amt des Staatssekretärs, diesmal für das Umweltministerium, ist Jochen Flasbarth. Der Präsident des Umweltbundesamts (UBA) soll die neue Umweltministerin Hendricks unterstützen. (sg)