"Gesetzentwurf ignoriert Fernwärme und Biogas"

Kritik am Gebäudeenergiegesetz kommt vom Verband BDEW und von den Biogasverbänden. Der Referentenentwurf ist gerade in der Anhörung.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) will die Wärmewende voranbringen. Dazu sollen Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zusammengelegt werden, in einem "Gebäudeenergiegesetz". Ganz genau heißt es "Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden". Der Referentenentwurf vom 23. Januar ging jetzt in die Verbändeanhörung beim BMWi.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kritisierte, dem Entwurf fehlten Regelungen zur Fernwärme und zu erneuerbaren Energieträgern wie etwa Biomethan in der Quartiersversorgung. Einige andere Punkte wären "für die Sektorkopplung sogar kontraproduktiv": Sie erschwerten den Zugang grünen Stroms in den Wärmemarkt.

Positiv hebt der BDEW hervor, dass zumindest ein einheitlicher Rechtsrahmen beabsichtigt ist. Dies geschehe aber nicht systematisch. Eine Chance werde nicht genutzt, so Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer.

Biogasrat lobt nur Anerkennung von Erdgas-Ersatz

Der Fachverband Biogas spricht insgesamt von einer vertanen Chance für die Wärmewende. Bioenergie sei mit 88 Prozent der größte erneuerbare Energieträger in der deutschen Wärmeversorgung. Doch der Anteil stagniere seit Jahren. Positiv sieht der Verband nur, dass das BMWi erstmals anerkenne, dass der Ersatz konventionellen Erdgases durch Biomethan oder andere Biogase CO2 einspare. Dies geschehe in der Festlegung der jeweiligen Primärenergiefaktoren.

Der Biogasrat äußerte sich ähnlich. Er nannte den Entwurf "unzulänglich" und forderte eine Nutzungspflicht für Erneuerbare im Gebäudebestand. (geo)