Ein Batteriespeicher besteht aus vielen einzelnen Batteriemodulen. Bild: @ Wemag

GroKo bricht Lanze für Energiespeicher

Für eine stärkere Nutzung von Energiespeichern und einen Abbau rechtlicher Hemmnisse plädieren die Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz (CDU/CSU) und Timon Gremmels (SPD).

„Das Prinzip Kupferplatte kann auf Deutschland nicht erfolgreich sein, wir brauchen eine stärkere Einbindung von Energiespeichern für die Flexibilisierung“, unterstrich Lenz am Freitag beim 5. Berliner Energiespeicherrechtstag des Instituts für Energie- und Wettbewerbsrecht in der Kommunalen Wirtschaft (Ewerk).

Mehr Speicher – doch kein Verzicht auf Netzausbau

Allerdings könne die Speichertechnologie auch nicht den Netzausbau ersetzen, sondern müsse „Teil der Lösung der Energiewende sein“, so Jung. Dringend notwendig sei jedoch, die Weiterentwicklung der Speichertechnik und -nutzung sowie dem Aufbau einer eigenen Zellproduktion in Deutschland zeitnah anzugehen. „Wir können damit nicht warten, bis ein erneuerbarer Energien Anteil von 80 bis 90 Prozent erreicht ist, auch um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, sagte Jung. Er verwies darauf, dass im Koalitionsvertrag erstmals die Energiespeicherförderung und die Vereinfachung und Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen vereinbart ist. Dies gelte es nun umzusetzen.

Rechtliche Einstufung von Speichern als Letztverbraucher reformieren

Ich bin der Meinung, dass wir besonders den Punkt der rechtlichen Einstufung von Speichern als Letztverbraucher intensiv diskutieren müssen“, betonte Jung, der Speicherexperte der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Denn laut dem Energierecht werden Speicher sowohl als Letztverbraucher als auch als Erzeugungsanlage behandelt. Dies führt grundsätzlich zu einer Belastung des ein- wie des ausgespeicherten Stroms mit verschiedenen Entgelten und Abgaben wie der EEG- und KWK-Umlage, Netzentgelten und Stromsteuer., und verteuert damit die Speicheranwendung. Dies ist seit Jahren umstritten. Juristen wie der Direktor des Ewerks Hans-Peter Schwintowski plädieren dafür, Energiespeicher grundsätzlich nicht als Letztverbraucher einzustufen und damit wirtschaftlicher zu machen.

Auch Gremmels plädierte für einen Abbau rechtlicher Hemmnisse und dafür „den Energiespeichern mehr Raum zu geben“ wie dies im Koalitionsplan vorgesehen sei. Ein starker heimischer Speichermarkt sei auch Voraussetzung dafür, „nicht von anderen links überholt zu werden“. Er sprach sich ebenfalls für eine verstärkte Speicherförderung auch für Power-to-X außerhalb des EEG sowie eine „Abschaffung der Diskriminierung“ aus.

Level-Playing-Field statt EEG-Förderung

Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands Energiespeicher (BVES), begrüßt die im Koalitionsvertrag vorgesehen Verbesserung der Rahmenbedingungen. „Wir fordern keine verstärkte Förderung von Speichern über das EEG, sondern ein Level-Playing-Field“, unterstrich er bei dem Fachworkshop. Er plädierte  dafür, die Speicher ganz aus dem EEG rauszunehmen. Die verstärkte Speicheranwendung müsse jedoch in den Netzausbau integriert werden, forderte auch Windelen. (hcn)