Anton Hofreiter, Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion Bild: © Stefan Kaminski

Grüne nehmen Altmaier in die Pflicht

Vor dem Hintergrund des zu erarbeitenden Netzentwicklungsplanes fordern vier grüne Politiker, neue Aspekte wie den Kohleausstieg, ein Mehr an Speichern, Netzinnovationen und eine höhere Flexibilität besser zu berücksichtigen.

Da Wirtschaftsminister Peter Altmaier den Netzausbau zur Chefsache erklärt hat, hat die Grünen-Fraktion Altmaier einen Brief geschrieben. Die Politiker Anton Hofreiter, Oliver Krischer, Ingrid Nestle und Julia Verlinden geben zu Bedenken, den derzeit zu erarbeitenden Netzentwicklungsplan (NEP) nach neuen Aspekten, wie beispielsweise dem Kohleausstieg oder dem Zuwachs an Speichern, auszurichten. Der Brief liegt der ZfK vor.

In dem neuen NEP werde ein höherer Bedarf an Leitungen ausgewiesen als in den bisherigen, argumentieren die Politiker. Dies bedürfe einer besonders sorgfältigen und transparenten Planung. Schließlich müssen die Bürger nachvollziehen können, weshalb und ob die Leitungen überhaupt gebaut werden müssten.

Die Ergebnisse der Kohlekommission berücksichtigen

Die Grünen-Politiker fordern, den Kohleausstieg und den Zuwachs an Speichern in den NEP einfließen zu lassen. Zudem sollten die Ergebnisse der Kohlekommission berücksichtigt werden. Ferner sollten Netzinnovationen bewertet und auf die Netzentlastung geprüft werden. Als Beispiel nannten sie Netzbooster, also Batteriespeicher zur Stabilisierung von Stromnetzen. Diese sollten an kleineren Leitungen eingeplant werden.

Ein weiterer Aspekt, den es zu berücksichtigen gelte, sei ein höheres Maß an Flexibilität. Und zuletzt sollte die Netzplanung am Zukunftsszenario "100 Prozent erneuerbare Energien" ausgerichtet sein. Wichtig ist den Bundestagsabgeordneten auch, dass die Kosten für teure Netzeingriffe durch die Einigung mit der EU zum Vorrang von grenzüberschreitenden Stromflüssen nicht den Erneuerbaren zugeschrieben werden können.

Keine Blockade des Ausbaus der Erneuerbaren

Als völlig kontraproduktiv sehen die Grünen-Politiker, dass der Ausbau der Erneuerbaren unter Verweis auf Netzengpässe verzögert werde. Für die Verlässlichkeit der Netzausbauplung sei es vielmehr notwendig, den vereinbarten Ausbau erneuerbarer Energien tatsächlich umzusetzen. (al)