Priska Hinz (Die Grünen), Ministerin für Landwirtschaft und Umweltschutz in Hessen
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Hessen will Einsatz von Glyphosat beenden

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz stellt Glyphosat-Ausstiegsstrategie für Hessen vor. Das soll, wenn es nach ihr geht, ein Zeichen für ganz Europa sein.

Das Land Hessen bekommt eine Glyphosat-Ausstiegsstrategie, in der verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel gebündelt sind, schnellstmöglich den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden in der gesamten hessischen Landwirtschaft sowie in hessischen Wäldern, Gärten und auf Freiflächen zu beenden. Die Hessische Landwirtschafts- und Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) stellte den Plan jetzt im Umweltausschuss des Hessischen Landtags in Wiesbaden vor. 

Das Land soll nach dem Willen der Ministerin eine Vorbildfunktion einnehmen. Deshalb ist der Glyphosatausstieg auf den landeseigenen landwirtschaftlichen Betrieben – wie zum Beispiel dem Eichhof in Bad Hersfeld oder der Domäne Beberbeck – bereits vollzogen worden. „Bei Wiederverpachtungen von Staatsdomänen wird der Glyphosatverzicht zum Bestandsteil neuer Pachtverträge. Die Bestandspächter werden wir bei diesem Schritt individuell beraten und unterstützen“, so die Ministerin.

Alternativen für die Landwirtschaft

Das Beratungsangebot des Landes Hessen richtet sich aber nicht nur an die Pächter der Staatsdomänen und die Bewirtschafter landeseigener Flächen. Über die allgemeine landwirtschaftliche Beratung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) wird darauf hingewirkt, dass der Einsatz von Glyphosat und anderen Breitbandherbiziden begrenzt und durch alternative Methoden ersetzt wird.

Alternativen zur intensiven Landwirtschaft sieht die Ministerin in der Nutzung anbau- und kulturtechnischer Möglichkeiten wie der Fruchtfolge, der Saat- und Pflanzzeitgestaltung und der Nutzung resistenter Sorten. Auch mechanisch-thermische Verfahren und biologische sowie biotechnische Maßnahmen sollen ihrer Meinung nach in das Anbaukonzept einbezogen und berücksichtigt werden.

Kein Glyphosat im Wald und auf Freiflächen

Auch im hessischen Staatswald wird seit 2016 kein Glyphosat eingesetzt. „Dies ist wichtig für den Erhalt und den Schutz der natürlichen Artenvielfalt. Den Verzicht auf sonstige Pflanzenschutzmittel haben wir in der neuen Richtlinie für die Bewirtschaftung des Staatswaldes festgeschrieben und uns auch im Rahmen der FSC-Zertifizierung darauf verpflichtet“, erläuterte Hinz. Nur noch in Ausnahmefällen und mit Genehmigung des Ministeriums könnten Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Und die Ministerin plant von Wiesdbaden aus weit über Hessens Grenzen hinaus. Es müsse erreicht werden, dass „die EU-Genehmigung des Wirkstoffs in maximal fünf Jahren endgültig ausläuft“, sagte sie. Die Hessische Landesregierung habe sich in den vergangenen Jahren vielfältig auf europäischer, Bundes- und Landesebene für ein Verbot der Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Dieses Engagement zeige nun Wirkung. (sig)