Für die Lausitz ungeeignet, für Münster nicht. Fuest sieht keine Chance für die Batteriezellenproduktion in Brandenburg.
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Ifo-Präsident sieht keine Chance für Batteriefabrik in der Lausitz

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hält die Lausitz als Batterienstandort für möglich. Ifo-Präsident Fuest widerspricht dem, da diese keine Expertise auf dem Gebiet der Batterietechnologie besitzt.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, gibt der Lausitz nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) keine Chance für die Ansiedlung einer Fabrik für Batteriezellenfertigung. "Es gibt in der Lausitz heute keine Kompetenz im Bereich Batterien und Mobilität", sagte Fuest dem MDR-Magazin "Umschau" nach Angaben des Senders vom Dienstag. "Eine Batteriefabrik könnte erfolgreich sein, wenn sie in Wolfsburg, in Stuttgart oder in München ist, wo wir schon Expertise haben. Diese gibt es in der Lausitz nicht." Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält den Aufbau einer Batteriezellen-Produktion in der Lausitz dagegen für möglich. Die Lausitz in Brandenburg und Sachsen ist vom geplanten Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 betroffen.

Münster in Nordrhein-Westfalen hatte von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) den Zuschlag als Hauptstandort für eine neue Batteriefabrik bekommen. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) wies in der vergangenen Woche darauf hin, dass ihr Land sich nicht dafür beworben hatte, da es keinen Forschungsstandort gebe, der in diesem Bereich forscht. Sie hofft, dass die Forschung in Münster läuft, die Produktion aber an andere Standorte geht. Der BASF-Standort Schwarzheide in der brandenburgischen Lausitz ist nach eigener Darstellung an der Ansiedlung einer Produktionsanlage für Batterie-Materialien interessiert. Der Vorstand muss nach Angaben der BASF Schwarzheide noch über den Bau einer Neuanlage entscheiden.

Kompensation für Braunkohle

Der Hintergrund zum Ausbau der Batterietechnologien ist der, dass die Bundesregierung für Deutschland den Kohleausstieg bis 2038 will. Die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (Kohlekommission) hat in ihrem Abschlussbericht Anfang 2019 der Bundesregierung Maßnahmen zur sozialen und strukturpolitischen Entwicklung der Braunkohleregionen empfohlen. Arbeitsplätze, die durch die Schließung der Kohlebetriebe wegfallen, sollen mit der Ansiedlung neuer Unternehmen kompensiert werden. Dabei ging es auch immer wieder um Batteriezellenfabriken in der Lausitz. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte erklärt, dass die Bundesregierung bis 2021 aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums eine Mrd. Euro für die Förderung einer Batteriezellenfertigung in Deutschland zur Verfügung stellen will. Das geht aus Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks hervor. (dpa/mdr/bh)