Nach Rosenheim fährt derzeit aufgrund des Hochwassers kein Zug Bild: ZfK

Katastrophenalarm in Teilen Deutschlands

Andauernder Regen lässt Pegelstände der deutschen Flüsse anschwellen, was auch Auswirkungen auf die Energieversorgung hat.

Städte und Gemeinden in Bayern, Sachsen und Thüringen rufen Katastrophenalarm aus. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sprach von einem "noch nie dagewesenen Ausmaß". Schon jetzt spricht der Ministerpräsident über ein "Jahrhunderthochwasser". Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte den vom Hochwasser am stärksten betroffenen Ländern die "volle Unterstützung" zu.

Besonders in Passau und Südostbayern ist die Lage schlimm: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" seien viele Häuser nur noch über Stege zu erreichen, die Einsatzkräfte am Ende ihrer Kräfte. Es soll sich um das schlimmste Hochwasser seit dem Mittelalter handeln. Der Krisenstab gehe von einem Pegelstand von 12,55 m aus. Das letzte Jahrhunderthochwasser 2002 hatte einen Pegel von 10,81 m erreicht, so die SZ. Die Stromversorgung konnte aus Sicherheitsgründen in einigen Gebäuden nicht mehr aufrecht erhalten werden, berichtet "Bayerntext".

In der bayerischen Hauptstadt wird ebenfalls vor starkem Hochwasser gewarnt. Nach Angaben der "Abendzeitung" musste die Feuerwehr in München in 70 Einsätzen anrücken. In der Au, einem Münchner Viertel, ist sechs Häusern der Strom abgestellt worden, da die Stromkästen unter Wasser standen. Etliche Gullys sollen übergelaufen sein. Hochwasser-Spezialisten sperrten gefährdete Bereiche der Isar.

Überflutet wurde auch die bayerische Stadt Rosenheim, nachdem im nahegelegenen Kolbermoor in der Nacht zum Montag ein Damm brach. 1000 Menschen mussten nach SZ-Informationen die Wohnungen verlassen und sind über Nacht in einer Volksschule untergebracht worden. Die Abiturprüfungen, die für heute vorgesehen waren, wurden abgesagt.

Ebenfalls geschlossen bleiben Schulen und Kindergärten im thüringischen Jena. Dort fährt die Straßenbahn nicht mehr, weil die Unterquerung unter Wasser steht. Manche Häuser seien bis unter die Kellerdecke voll mit Wasser gelaufen, berichtet die "Thüringer Allgemeine". Die dortigen Stadtwerke mussten den Strom bereits in einigen Häusern abdrehen. Abwasseranlagen und Stromstationen seien bereits in Jena und Region ausgefallen. Besonders betroffen sind die technischen Anlagen in Ortslagen, die dicht an der Saale liegen. Um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten sind die Mitarbeiter der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck im Dauereinsatz.

In Greiz begann man bereits mit Evakuierungen und der Strom sei in den überfluteten Gebieten abgeschaltet worden, berichtet der MDR; die thüringische Kleinstadt Gößnitz soll mit 3000 Einwohnern sogar ganz evakuiert werden. Betroffen ist auch Sachsen mit Zwickau, Chemnitz und dem Landkreis Leipzig sowie im mittleren und westlichen Erzgebirge. Aber auch die Pegel von Rhein, Main und Neckar steigen. Dort sei die Schifffahrt mittlerweile gestoppt, so die SZ.

Die Katastrophe geht über die Grenzen Deutschlands hinaus: Auch Österreich und Tschechien müssen mit Überschwemmungen kämpfen. (sg)