Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Regionalversorgers Mainova
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Mainova: Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb beim Kohleausstieg beachten

Der Energieversorger lobt vor allem die Rolle der Gaskraftwerke im Plan der Kohlekommission.

Um den Kohleausstieg bis 2038 leisten zu können, plädiert der Frankfurter Energieversorger Mainova für Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb. Mainova lobt die Verlängerung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) als eine klare Positionierung zur gleichzeitigen Strom- und Wärmeerzeugung. Zusammen mit der Anerkennung der unverzichtbaren Rolle hochflexibler Gaskraftwerke seien dies wichtige Schritte, um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren.

Die möglicherweise hohen Abfindungen für die Betreiber von Braunkohlekraftwerken betrachtet das Unternehmen hingegen als Wermutstropfen. "Der Kohleausstieg wäre bei weitem nicht so teuer, wenn mehr Marktmechanismen wie das europäische Emissionshandelssystem (ETS) mit definiertem CO2-Abbaupfad konsequent zur Anwendung kämen", betont Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender von Mainova. Auch die Berücksichtigung neuer Technologien wie Power to Gas sei positiv zu werten. 

Stomversorgung konventionell unterstützen

"Besonders der Vorschlag für einen tragfähigen Investitionsrahmen für Gaskraftwerke trägt der Erkenntnis Rechnung, dass Deutschland nur mit ausreichenden konventionellen Kraftwerkskapazitäten auch im kommenden Jahrzehnt über eine sichere Stromversorgung verfügen wird", führt Alsheimer aus. "Dies sollte volkswirtschaftlich effizient mit einem marktlich-wettbewerblichen Ansatz umgesetzt werden. Wir plädieren hier nach wie vor für einen dezentralen Leistungsmarkt", erklärt der Mainova-Chef.

Die bestehenden Gaskraftwerkskapazitäten werden aktuell nur zu rund einem Drittel genutzt. Davon ist auch das Gemeinschaftskraftwerk Irsching (bei Ingolstadt) betroffen, an dem Mainova beteiligt ist. Sollten die Vorschläge der Kohlekommission vom Gesetzgeber umgesetzt werden, hofft der Energieversorger, dass sich Einsatzbedingungen für die hocheffizienten, emissionsarmen Gaskraftwerke mittelfristig verbessern werden. (hol)