"Mangelhafte" Energiewende

Zehn von 24 thüringer Stadtwerken bewerten die Machenschaften in Bund und Länder rund um den Energiesektor sehr schlecht.

Thüringens Stadtwerke geben der Umsetzung der Energiewende in Bund und Land schlechte Noten. Dies berichtet die "Thüringer Allgemeine" (29. Okt. 14). Im Einzelnen vergeben mehr als die Hälfte der Beteiligten mit "mangelhaft" die schlechtmöglichste Note. Das ist das Ergebnis einer Studie des Verbundnetzes für kommunale Energie. Sie soll heute in Wittenberg vorgestellt werden.

An der Studie nahmen zehn von 24 thüringer Stadtwerken teil. Beklagt wird, dass keinerlei schlüssiges Konzept für die Energiewende vorliege. Als besorgniserregend beurteilen die Verfasser die Tatsache, dass die Stadtwerke starke Investitions- und Kostenrisiken für ihre Unternehmen beklagen.

Kritisch wird die ungebremste Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien gesehen, die bei Stadtwerken zu höheren Verbraucherpreisen führen könne. Doch die Bürger seien bereits an der Belastbarkeitsgrenze angelangt. Geringere  Abführungen an die Kommunen könnten zudem die Folge sein.

Sieben von zehn befragten Versorgern sind im steuerlichen Querverbund mit Bädern und öffentlichen Nahverkehr eingebunden. "Fast alle Firmen erwarten, dass der steuerliche Querverbund nicht mehr vollständig gewährleistet werden kann", so die "Thüringer Allgemeine". Klammen Kommunen drohen demnach erhebliche zusätzliche Belastungen.

Alle befragten Chefs halten Kooperationen für sinnvoll. Diese Form der Zusammenarbeit könnte ausgebaut werden. Voraussetzung sei aber eine größere Unterstützung seitens kommunaler Eigentümer sowie eine Abkehr vom "Kirchturmdenken". Die Studie steht ab Nachmittag im Internet: www.vfke.org. (al)